Festlicher Ball : Die Schweriner lieben ihr Theater

Mitreißend: Die Schweriner Tanzcompagnie begeisterte die Besucher des Theaterfestes mit dem schwungvollen Rockballett. Fotos: Reinhard Klawitter (4)
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Mitreißend: Die Schweriner Tanzcompagnie begeisterte die Besucher des Theaterfestes mit dem schwungvollen Rockballett. Fotos: Reinhard Klawitter (4)

Mehr als 1000 Gäste feiern gemeinsam mit Schauspielern, Musikern und Bühnenarbeitern

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31. Januar 2016, 21:00 Uhr

Frauen in außergewöhnlich schönen Kleidern und mit aufwändig gestylte Frisuren, Herren im Smoking, überall Musik in prunkvollen Räumen, guter Wein, Austern, opulente Buffets – das ist Ball. Doch das Schweriner Theaterfest am Sonnabend war mehr als der schönste Ball der Landeshauptstadt: Es zeigte die Verbundenheit der Schweriner und der ganzen Region mit dem Theater und den Theaterleuten. Die ihrerseits bedankten sich mit einem tollen Programm, das von den mehr als 1000 Besuchern mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.

Die Künstler gaben Einblicke in die aktuellen Produktionen, begeisterten mit Musicalszenen und Rockballett und auch ein Vorgeschmack auf die Schlossfestspiele mit Verdis Oper „Aida“ durfte nicht fehlen. „So ist modernes Theater“, sagte Intendant Joachim Kümmritz stolz. „Das ist unser 24. Theaterfest und es zeigt eindrucksvoll, was dieses Haus leisten kann.“ Pikant indes: Fast alle der rund 60 Schauspieler, Sänger und Tänzer, die auf der Bühne standen, werden zum Ende der Spielzeitgehen müssen. So war denn schon ein Stück Wehmut zu spüren, und die Künstler sparten auch nicht mit bissiger Kritik an Theaterpolitik und Streichszenarien, verpackt jedoch genau darin, was gutes Theater ausmacht: in Kunst.

Das kam bei den Zuschauern an, selbst bei den Politikern, die reichlich vertreten waren. „Das Fest ist fantastisch“, schwärmte Ministerpräsident Erwin Sellering, den seine Frau Britta begleitete. „Ich bin sicher, dass wir es im nächsten Jahr wieder gemeinsam feiern können. Ich bin froh, dass wir die Theaterreform auf den Weg und das Staatstheater in sicheres Fahrwasser gebracht haben.“

Auch Kultusminister Mathias Brodkorb, dem die Schauspieler genau wie Ministerpräsident Sellering je eine Flasche Theaterblut mit auf den Weg gegeben hatten, zeigte sich da zuversichtlich. Zufrieden war auch Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow, die mit Ehemann Erwin gekommen war. „Ich danke allen Mitarbeitern unseres Theaters für diesen wundervollen Abend. Ich hoffe, dass auch mit der neuen Gesellschafterstruktur und dem neuen Intendanten die Tradition der Theaterfeste fortgeführt wird“, sagte sie und fügte hinzu: „Unser Theater ist für Schwerin das, was für Rostock der Hafen ist: Identifikation, Leuchtturm und Wirtschaftsfaktor.“

Das bestätigten die Besucher des Theaterfestes noch am selben Abend: Sie gaben bei der Tombola so viel Geld für die Theaterstiftung wie nie zuvor: 6600 Euro, und ein Theaterfreund legte gleich noch 5000 Euro zusätzlich drauf.

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