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Schweriner Schlossfest : Die Schweriner feiern ihr Schloss

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wir-Gefühl wie bei der Bundesgartenschau: Aufwendiges Programm sorgte für beste Stimmung und sehr große Besucherzahl

von
erstellt am 18.Jun.2017 | 20:30 Uhr

Die glücklichsten Gäste, die spektakulärste Lichtshow, das schönste Gesamtpaket – Martina Müller, Chefin der Stadtmarketing-Gesellschaft, hat nur Superlative parat, wenn sie übers Schlossfest-Wochenende redet. Die 60 000 Besucher des Vorjahres seien gewiss getoppt worden, schätzt sie strahlend noch vor der offiziellen Auswertung. Tatsächlich: An zwei Tagen ging es an Schwerins Wahrzeichen turbulent zu. Während die Sonntags-Gäste hinter die Türen der aktuellen Politik, also des Landtags, schauten, ließen sich die Besucher am Sonnabend entführen in die Zeit von vor 160 Jahren. Sie erfuhren, wie der Großherzog Audienzen hielt, wie Bürger ihre Anliegen vorbrachten, aber auch, wie Frauen nur mit Hilfe ihres Fächers Botschaften sandten oder wie viele Röcke eine Hofdame übereinander trug. Zu Bällen waren es 14, im Alltag eher sieben. Die Erfindung der Krinoline verringerte die Zahl auf vier, verriet Christina Korr ihrem Publikum im Wilhelmszimmer. Sie gehört zu den „Hofnadeln“, einer Gruppe Näherinnen im Verein der Freunde des Schweriner Schlosses, die in ihrer Freizeit Roben aus dem 19.  Jahrhundert nach alten Schnitten fertigen. Rund 60 Stunden Arbeit stecken in einem Kleid. Auch Unterhose, Schirm und Hut werden selbst genäht, nur das originalgetreue Korsett muss gekauft werden – zum Beispiel auf der Reeperbahn.

Für Begeisterung und reiche Fotoausbeute bei den Gästen sorgte der Vorsitzende der Schlossfreunde, Matthias Schott, in seiner Paraderolle als Großherzog Friedrich Franz II. Er warb dabei charmant um Spenden, um die Einmaligkeiten des Schlosses zu erhalten. Aktuell wird gesammelt für die Restaurierung der Schabracken, besonderer Gardinen aus dem Thronsaal. „In 26 Jahren als Verein haben wir Werte von einer halben Million Euro geschaffen“, betonte Schott. Und mit Aktionen wie dem Schlossfest dafür gesorgt, dass die Schweriner stolz und froh sind, in dieser Stadt zu leben, betont Martina Müller: „Das war ein Wir-Gefühl wie bei der Buga“.

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