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Schwerin: Sanierung des Alten Gartens aufgeschoben : Die Schlammschlacht geht weiter

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Der Alte Garten als zentraler Platz des historistischen Residenz-Ensembles in Schwerin wird vorerst nicht saniert. Wie das Finanzministerium bestätigte, sind die Pläne auf Jahre aufgeschoben. Die Gründe sind unbekannt.

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erstellt am 30.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Altstadt | Beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Alten Garten kochten die Emotionen hoch. Anlass dafür war allerdings nicht ihre Rede, sondern der Zustand des Platzes. Denn kurz zuvor hatte es heftig geregnet und der mit Grand bedeckte Boden hatte sich in ein riesiges Modderfeld verwandelt. Die Bundeskanzlerin hatte noch Glück, für sie lag ein roter Teppich bereit, doch die Schweriner holten sich nasse Füße.

Wann also wird der Alte Garten endlich saniert? Als vor zwei Jahren das Denkmal für Großherzog Paul Friedrich an seinen angestammten Platz vor dem Staatlichen Museum zurückkehrte, hatte der damalige Bauminister Volker Schlotmann die Sanierung des historistischen Platzes in absehbarer Zeit in Aussicht gestellt. Die Restaurierung des Standbildes und die Anlage des Ziergartens rund um das Denkmal sowie die Reparatur der Auffahrt an der Freitreppe des Museums sollten nur der erste Schritt auf diesem Wege sein. Doch der zweite ist bis heute nicht gefolgt.

Dabei gibt es seit langem konkrete Pläne für die Instandsetzung des Platzes. So hatte der Betrieb für Bau und Liegenschaften des Landes (BBL) schon vor gut zehn Jahren Konzepte für die Neugestaltung erarbeitet. Wichtigste Prämisse dabei war der Einbau einer Drainage, damit die große Fläche zuverlässig entwässert werden kann. Ein Streit war seinerzeit nur um den Belag entbrannt. Die Denkmalpfleger favorisierten den historischen Grand. Einerseits sei dieser authentisch, andererseits habe er sich auf der Fläche rund um das Reiterstandbild von Friedrich Franz II. im Schlossgarten bewährt. Der Nachteil: So ein Belag trägt keinen 40-Tonner. Damit könnten keinerlei Großveranstaltungen, also weder Theateraufführungen noch Konzerte und auch keine Kanzlerinnen-Auftritte dort stattfinden. Als Alternative hatten die Experten vom BBL deshalb ein Großpflaster wie in vielen Straßen der Schweriner Altstadt favorisiert.

Doch die Pläne liegen seither in der Schublade. "Weder im aktuellen Landeshaushalt noch im Plan für 2014/15 sind derzeit Gelder für die Sanierung des Alten Gartens in Schwerin eingestellt", sagte Stefan Bruhn, Pressesprecher der Finanzministerin, auf Anfrage unserer Redaktion. Zu den Gründen konnte er keine Aussage treffen. Mit einer möglichen Aufnahme des Schweriner Residenz-Ensembles in die Welterbeliste der Unesco dürfte die Sanierung des Platzes indes noch schwieriger werden.

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