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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 12:01 Uhr

Zwischenstopp in Vorbeck : Die Region im Trab erkunden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Isabel Schröder zeigt ihrem Besuch die schönsten Seiten der mecklenburgischen Landschaft am liebsten vom Pferderücken aus

von
erstellt am 27.Aug.2017 | 23:51 Uhr

Sattelfest sollten sie sein, die Besucher von Isabel Schröder. Denn die Pinnowerin hat rund um ihre Heimat viele schöne Strecken entdeckt, die sie hoch zu Ross regelmäßig erkundet. Und das gern in Gesellschaft. „Allerdings sind es nicht viele Gäste, die dann auch wirklich aufs Pferd steigen“, sagt sie und schiebt hinterher: „Dabei ist es durchaus lohnenswert.“

Mit sechs Jahren saß Isabel Schröder das erste Mal auf einem Pferd. Ihre Mutter hatte sie damals zum Reiten mitgenommen. „Ich war sofort hin und weg und dieses Gefühl ist bis heute geblieben. Oder sogar stärker geworden.“ Seit zehn Jahren hat sie ein eigenes Pferd: Der Vollblut-Wallach hört auf den Namen Sandos und ist oft dabei, wenn die 27-Jährige die schönen Seiten des Schweriner Umlandes erkundet. Anfangs hatte sie ihr Pferd in Pinnow, später in Sukow untergestellt. „Vor sieben Jahren bin ich dann mit Sandos nach Vorbeck gewechselt“, sagt sie und erzählt von der Landschaft und die für Reiter guten Bedingungen: „Der Kiesboden ist ideal, es gibt zudem viele Sandwege und vor allem ist die Natur hier wunderschön“, gerät sie regelrecht ins Schwärmen. Selbst das alte Dorf von Vorbeck schaut sich die junge Frau immer wieder gern an. Das zeige sie auch ihren Gästen. Eine Reitstrecke, die Isabel Schröder regelmäßig nutzt, ist der Weg zum Schloss Basthorst. „Rechter Hand liegt das Kleinod Augustenhof mit den sehr schönen Häusern und gepflegten Grundstücken, dann geht es vorbei an Kladow und dann links durch den Wald nach Basthorst“, erklärt sie eine ihrer Lieblingsstrecken.

Auf die Frage nach ausgeschilderten Reitwegen macht Isabel Schröder große Augen. „Nun ja, die sind hier tatsächlich spärlich gesät – oder besser gesagt ausgewiesen.“ Sie respektiere es aber durchaus, wenn es nicht gestattet ist. „So halten wir das auch mit dem Reiten auf den Feldern. Ist der Acker bestellt, dann ist er für uns Reiter tabu“, sagt die Pinnowerin und betont, dass es immer jemanden gebe, dem diese Fläche gehöre.

Wird es mit dem Ritt über die Felder schwierig, hat Isabel Schröder noch weitere Routen auf ihrer Favoriten-Liste: die Kritzower Berge, der Naturlehrpfad am Pinnower See, ein Ausritt zu den Biberburgen oder ein Abstecher zum Steinernen Tisch. „Es gibt hier so viele schöne Ecken, die sich prima mit dem Pferd erkunden lassen“, sagt sie und berichtet von den weiten Wiesen und alten Burg-Hügeln im Warnow-Tal. Isabel Schröder hat zudem ein paar Geheimtipps: „Es gibt unterwegs tolle Rastplätze, die ideal für Reiter sind, manche sogar mit Feuerstelle.“

Ihre absolute Lieblingsstrecke, die all ihre Pferde-Freunde bereits gesehen haben, beginnt nur wenige Reit-Minuten vom Stall entfernt: das Naturschutzgebiet Trockenhänge am Petersberg. Und wer dann noch etwas mehr Wasser möchte, müsse sich weiter Richtung Osten bewegen, dort fließt die Warnow. Aber statt zur Warnow zieht es Isabel Schröder eher an den Pinnower See – ob nun mit oder ohne Pferd. „In der Nebensaison dürfen wir manchmal mit Pferd in den See“, sagt sie. Wo es „versteckte Badestellen“ gibt, das verrät die junge Reiterin nur ihren Gästen.

Die beste Jahreszeit für Ausritte in die mecklenburgische Natur rund um Vorbeck gibt es ihrer Ansicht nach nicht. „Ich genieße den Frühling mit den tollen Düften, wie den Sommer mit seiner Wärme genauso wie den Herbst mit seinem Farbenrausch und den gelegentlichen Eigenheiten. Selbst der Winter hat seinen Reiz, aber eher ohne Pferd“, erklärt die studierte Immobilien-Bewerterin.

Isabel Schröder ist mindestens drei Tage in der Woche im Vorbecker Reitstall anzutreffen und fast genauso oft auch im Sattel. Meldet sich Besuch an, geht es aber durchaus auch ohne Pferd auf Erkundungstour. „Mein Partner reitet nicht. Manchmal begleitet er mich und Sandos mit dem Rad. Und ist Besuch da, fahren wir zum Schloss Wiligrad, nach Lübeck, Wismar oder zum Schweriner Fernsehturm. Die Aussicht von oben ist wirklich großartig“, versichert sie. Besonders freut sich die Pinnowerin aber über Besuch, der Reithose und -kappe im Koffer hat, denn die Stunden im Sattel sind ihr mit die angenehmsten. „Man kann dieses Gefühl gar nicht in Worte fassen. Das ist eine ganz besondere Art von gegenseitigem Vertrauen“, sagt sie, schaut in Sandos große braune Augen und streicht ihm sanft über den Rücken. Geputzt steht er da. Sitzt der Sattel, geht es los. Wohin? Heute mal wieder zu den Trockenhängen am Petersberg.

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