Schnelle Schweriner : Die Raser werden langsamer

Aktuell im Einsatz: Der Miet-Blitzer leistet ganze Arbeit.
Aktuell im Einsatz: Der Miet-Blitzer leistet ganze Arbeit.

Nur noch leichte Tempoüberschreitungen bei Blitzer-Messungen in Schwerin. Stadt legt Jahresbilanz des Ordnungsdienstes vor

von
04. April 2017, 05:00 Uhr

Wer zu schnell fährt, falsch parkt, seinen Hund nicht angemeldet hat und dabei erwischt wird, ist zwar ein Gesetzesbrecher, er hilft aber auch, die klamme Stadtkasse zu füllen: Rund 3,1 Millionen Euro nahm Schwerin im vergangenen Jahr durch die Arbeit seines Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) ein. Das steht in der Jahresbilanz, die jetzt vorgelegt wurde.

Ein erstes Fazit: Die Autofahrer in Schwerin halten sich besser an Geschwindigkeitsbegrenzungen und rote Ampeln als in den Jahren zuvor. Die Verstöße im „höheren Geschwindigkeitsbereich“ seien rückläufig, heißt es im Bericht. Die meisten Fahrer, die im vergangenen Jahr geblitzt wurden, fuhren nur wenig schneller als erlaubt. „Es ist eine deutliche Verschiebung aus der Kategorie Bußgelder in Richtung Kategorie Verwarngelder erkennbar“, heißt es in der Bilanz.

Die konkreten Zahlen: Die stationären Blitzer am Köpmarkt, auf der Crivitzer Chaussee Höhe Zippendorf und in der Lübecker Straße am Fliederberg blitzten insgesamt 21 041 Raser. Knapp 7,5 Millionen Fahrzeuge fuhren 2016 an den Starenkästen vorbei. Die sündhaftesten Monate waren dabei der Mai und der Juni, die wenigsten Tempoüberschreitungen wurden im Januar registriert.

1728-mal ignorierten Kraftfahrer die roten Ampeln an den Kreuzungen Karl-Marx-Allee/Ludwigsluster Chaussee sowie Obotritenring/Wittenburger Straße. Das sind satte 600 Rotlichtverstöße weniger als noch 2015. Schlecht fürs Stadtsäckel, aber gut für die Verkehrssicherheit.

Die mobile Blitzerfalle schnappte bei 50 740 Fahrzeugen zu. An insgesamt 292 Tagen im Jahr war das Gerät an verschiedenen Orten im Stadtgebiet aufgebaut. Die beste „Fangquote“ brachte der August.

Seit Sommer misst die Schweriner Verwaltung übrigens komplett mit eigenen Kräften. Der für mehr als 100 000 Euro gekaufte PoliScan Speed, ein mobiles Messgerät, ist allerdings noch nicht eingetroffen. Die Verwaltung nennt dafür folgenden Grund: Die nötige Zulassung von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt kam später als erwartet. So lange arbeiten die Ordnungshüter sehr erfolgreich mit einem Mietapparat. „In den nächsten Tagen wird die neue Anlage aber eingesetzt“, kündigt Oberbürgermeister Rico Badenschier an. „Sie kann dann sogar in beide Fahrtrichtungen messen.“

59 107 Knöllchen gab es für den ruhenden Verkehr – rund 3000 weniger als im Vorjahr.

Für genügend Geld sorgten 2016 damit nicht die Falschparker, sondern eher Schwerins Vierbeiner. 140 000 Euro nahm die Stadt an Hundesteuern ein. Der Ordnungsdienst war weiter fleißig in Sachen Hundezählung unterwegs. Die Mitarbeiter kontrollierten knapp 16 000 Haushalte. Die Zählungen sollen Ende 2018 abgeschlossen sein.

Mit einer weiteren spannenden Zahl endet die Jahresbilanz: Der Abschleppwagen wurde vom Ordnungsdienst 487-mal gerufen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen