Neue Fenster Für Warsower Kirche : Die Qual der Glaskunst-Wahl

Die Warsower Kirchengemeinde rund um Pastorin Wiebke Langer (l.) hat sich für diesen Entwurf entschieden.
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Die Warsower Kirchengemeinde rund um Pastorin Wiebke Langer (l.) hat sich für diesen Entwurf entschieden.

Vier Künstler hatten sich um Gestaltung der Warsower Kirchenenfenster beworben – Jury entschied sich für Künstler aus Berlin

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18. April 2017, 12:00 Uhr

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Vier Bewerber hatten sich beworben und buhlten um die Glaskunst-Krone. Der Warsower Kirchengemeinderat und Pastorin Wiebke Langer hatten hatten bei der Gestaltung des neuen Gemeinderaums und Umbau des Turmbereichs der Warsower Kirche die Qual der Wahl. Für die Verglasung der zwei Fenster an der Süd- und Nordseite des Umbaubereichs hatten sie einen Wettbewerb ausgelobt. In enger Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Bau- und Denkmalpflege des Landeskirchenamtes haben sie zur Teilnahme an der besonderen Gestaltung der Fenster aufgerufen. Dabei haben die Mitglieder der Gemeinde gemeinsam Kriterien festgesetzt, nach denen die Glasobjekte gestaltet sein sollen: Es muss einen Bezug zum Ort geben, es sollten ein Kreuz- und Wegemotiv und Ein- und Ausblicke erkennbar sein. Einer, der diese Wünsche am Ende am besten umgesetzt hat: Andreas Wolff, Glas-Künstler aus Berlin, der eine Zeit lang auch mal in Schwerin gelebt und gearbeitet hat.

Am gestrigen Ostermontag stellte Pastorin Wiebke Langer im Gottesdienst auch den Gemeindemitgliedern den Gewinner-Entwurf vor. Denn entschieden, dass Wolff den Zuschlag für die Warsower Fenster bekommt, hat ein Preisgericht zusammengesetzt aus Fachgutachter, Architekt, Kunsthistoriker und Kirchenältesten. Immer mit dabei, aber ohne entscheidende Stimme: Pastorin Wiebke Langer. „Die Jury hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, denn auch die anderen Entwürfe waren gut“, so die Pastorin. So gut, dass die Jury-Mitglieder jeden Gestaltungsvorschlag, also jede Probe-Scheibe, direkt in Warsow getestet hat. „Im Februar haben sie sich an der Kirche getroffen und die Scheiben gegen das Licht gehalten und auch geschaut, wie sie zur Kirchenmauer wirken“, so Wiebke Langer. Dabei hatten die Preisrichter keinerlei Hinweise auf den Künstler, denn die Entwürfe waren lediglich mit Nummer versehen. Mit der genauen Begutachtung vor Ort habe sich langsam eine Reihenfolge herauskristallisiert, und die Entscheidung, Wolffs Gestaltungsvorschlag zu nehmen, sei gefallen.

Das Besondere am Entwurf des Berliners: Schaut man auf die Scheibe, erinnert das Motiv an einen Blätterwald, aber auch an eine Satellitenansicht eines Ortes. Damit ist der Bezug zum Ort und auch zum Standort der Kirche inmitten von Bäumen umgesetzt. „Wolff hat das Thema am besten umgesetzt. Das Konzept der neuen Wege, mit denen wir uns als Gemeinde auch auseinandersetzen müssen, hat er gut getroffen“, so Christine Buller-Reinartz, Mitglied der Jury.

Insgesamt 23 000 Euro kosten die beiden Fenster, für die Beihilfe aus einem Fond der Landeskirche beantragt ist und die Ende Juni in die Warsower Kirche eingesetzt werden sollen. Der Umbau der Warsower Kirche sei „im Plan“, wie Langer Auskunft gibt. Im Herbst dieses Jahres soll er fertig sein. Kosten: rund 600 000 Euro, davon werden rund 85 Prozent gefördert. Geplant ist ein gemeinsamer beheizbarer Gemeinderaum für den Ort.

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