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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 06:43 Uhr

Tierliebe : Die Ponyflüsterer von Ahrensboek

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schimmelstute Blacky ist 42 Jahre alt und der Star in Ahrensboek.

von
erstellt am 31.Mai.2015 | 09:00 Uhr

Aus der Ferne ist der kleine weiße Fleck schon zu sehen. Er kommt näher und wird ein bisschen größer. Plötzlich steht sie am Zaun, die kleine weiße wuschelige Ponydame. Blacky ist ihr Name und sie gehört zu Familie Rabe aus Ahrensboek. Das aber nicht erst seit wenigen Tagen, sondern seit vielen Jahren, sogar Jahrzehnten. Denn Blacky ist in diesem Mai 42 Jahre alt geworden. „Als Studentin habe ich mit einer sehr guten Freundin in einer WG gewohnt und sie hatte damals Blacky schon. Sie hat auf ihr reiten gelernt“, erzählt Britta Rabe. Nach dem Studium hat sie Blacky dann zu sich genommen. Denn damals hatte Britta Rabe selbst einen Ponyhengst – Bobby. Er ist allerdings „nur“ 36 Jahre geworden. Auch schon eine beachtliche Leistung für ein Pony, denn durchschnittlich erreichen sie ein Alter um die 30 Jahre. „Die Liebe zu Ponys war schon immer da. Irgendwann musste ich für das Reiten allerdings auf Pferde umsteigen, denn ich bin ja doch etwas groß gewachsen“, sagt die zweifache Mutter mit einem Augenzwinkern. Umso mehr freut sie sich, dass auch ihre Kinder großen Gefallen an Blacky finden. „Sie gehört mit zur Familie. Schon vor elf Jahren, als wir von Martensrade in Schleswig-Holstein nach Ahrensboek gezogen sind, war klar, dass Blacky mit umzieht. Die Frage stellte sich gar nicht“, betont sie.

Zwar sei die Ponydame nicht mehr so fit wie noch vor einigen Jahren als sie sogar die Kutsche gezogen hat, doch noch kommt sie ohne Arzt aus. „Blacky braucht keine Tabletten und ist auch sonst sehr pflegeleicht“, versichert Britta Rabe. Zweimal im Jahr komme der Hufschmied. „Klar gibt es mal kleine Verletzungen, aber die werden mit Betaisodona-Salbe behandelt. Das sind dann wirklich nur kleine Kratzer, die kommen bei uns Menschen ja auch mal vor“, erzählt die Halterin. Nur beim Futter muss Britta Rabe jetzt etwas mehr Zeit und auch Geld investieren. „Die Zähne sind abgeschliffen, so dass Blacky nicht mehr richtig kauen kann. Deshalb gibt es spezielles Wiesenheu, das ist wie gehäckselt und kommt vom Starnberger See. Für das Geld könnte ich zwar mindestens zwei Ponys kaufen, aber das will ich nicht. Und Blacky hat sich das verdient“, erzählt sie und streicht durch das weiße wuschelige Fell der alten Dame. Und neben einer speziellen müsliartigen Mischung gibt es auch regelmäßig Äpfel und Möhren, die Britta Rabe in der Küchenmaschine zerkleinert. „Sie knabbert zwar Gras auf der Wiese ab, aber Blacky bekommt es nicht mehr kurz genug“, erklärt sie und greift einen welken Grasbüschel von der Wiese. „Das Gras ist abgerissen und bleibt liegen.“

An Zeiten, in denen das weiße Shetty nicht mehr über die Wiese streift, mag Familie Rabe gar nicht denken. „Es wird sicher sehr schwer, denn sie gehört zur Familie. Doch uns ist auch bewusst, dass es etwas Besonderes ist, wenn ein Pony so alt wird“, sagt Britta Rabe und freut sich, dass auch alle Bewohner des kleinen Ortes stets ein Auge auf die alte Ponydame haben und sich um sie sorgen.

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