Schwerin : Die perfekte Illusion

Der übriggebliebene „Holzboden“ aus Stoff wird für das nächste Stück neu bemalt. Dafür orientiert sich Ute Rohrbeck an dem Miniatur-Modell.
Der übriggebliebene „Holzboden“ aus Stoff wird für das nächste Stück neu bemalt. Dafür orientiert sich Ute Rohrbeck an dem Miniatur-Modell.

Hinter den Kulissen von „Anatevka“ - Theatermalerin Ute Rohrbeck verleiht mit ihren Kollegen der Bühne den Charakter eines Dorfes

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09. Juli 2019, 12:00 Uhr

Das kleine Bauerndorf Anatevka auf dem Alten Garten hat in den vergangenen Wochen schon viele Theaterfreunde in Schwerin begeistert. Das Musical der Schlossfestspiele ist impulsiv, beschwingt und vor allem unterhaltsam. Doch wer sorgt hinter den Kulissen dafür, dass auf der Bühne alles funktioniert? Wir stellen einige von ihnen vor. Heute: Theatermalerin Ute Rohrbeck.

Vorsicht ist geboten beim Betreten des Malsaals des Mecklenburgischen Staatstheaters. Jeder Schritt sollte mit Bedacht gewählt werden. Denn Theatermaler arbeiten größtenteils auf dem Boden. „Wir malen im Stehen und mit langen Pinseln. So haben wir den Blick für das Ganze“, erklärt Ute Rohrbeck. Sie ist die Leiterin der achtköpfigen Malergruppe. „Aber wir arbeiten als Team und sind aufeinander angewiesen. Hier steht keiner über dem anderen.“

Jahrelang hat die gelernte Theatermalerin freiberuflich gearbeitet. „Ich habe im Internet recherchiert, ob noch nach Theatermalern gesucht wird oder ob der Beruf schon ausgestorben ist“, sagt die 57-Jährige. Dann wurde sie am Schweriner Theater fündig. Seit einem Jahr ist sie nun fest angestellt.

Ute Rohrbeck liebt ihren Job. Dieser Beruf sei vielfältig und immer anders. Man müsse jedes Mal neu überlegen, wie man etwas gestaltet. Die Arbeiten zu Anatevka etwa seien sehr „holzlastig“ gewesen. „Das Stück spielt ja im früheren Russland“, sagt sie. Doch ein ganzes Dorf aus Holz nachzubauen, geht nicht. Also sorgen Theatermaler und Bühnenbildner für die perfekte Illusion. Für die Ideen und Modelle sei zwar die Bühnenbildnerin zuständig. Doch die Theatermaler machen die plastischen und dekorativen Arbeiten. Die Bühne müsse Regen und schwere Requisiten aushalten. Und die Akteure müssen darauf tanzen können.

Deswegen wurden die Holzplatten mit dickem Nesselstoff verkleidet, der im Holzstil bemalt wurde. „Das waren fünf Rollen gemalter Boden. Und die Bühne ist ja drei Mal so groß wie diese Räume. Um in vier Wochen fertig zu werden, brauchten wir zusätzliche Aushilfen, die die Stoffe in einer Halle in Lankow bemalt haben“, erzählt Rohrbeck. Bei der Generalprobe konnte das Team dann das fertige Bühnenbild aus der Ferne betrachten. „Und dieses Mal müssen wir nichts nachbessern. Mit Anatevka sind wir sehr zufrieden.“

Von den fünf bemalten Stoffrollen sind einige Muster übriggeblieben. Eines davon wird nun für die Komödie „Dat Hörrohr“ mit heller Farbe übermalt. Rohrbeck erklärt: „Wir heben vieles auf, um es wieder zu verwerten. Und der Holzcharakter stimmt ja schon fast überein, es muss nur etwas heller werden.“

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