Kult aus Dänemark ergänzt das Filmfest : Die Olsenbande stürmt Schwerin

Haben einen Plan: Kjeld, Egon und Benny sind die Olsenbande.
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Haben einen Plan: Kjeld, Egon und Benny sind die Olsenbande.

Børge eröffnet Ausstellung im Schleswig-Holstein-Haus, die Original-Requisiten, Filmplakate, Szenenfotos und Filme zeigt

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03. Mai 2017, 05:00 Uhr

Was ist nötig, um den Tresor von großen Gaunern zu knacken? Ein Stethoskop, Gummihandschuhe, Talkum – alles in einer abgewetzten Hebammentasche verstaut, dazu eine Melone, ein rostiger Chevrolet Bel Air und natürlich ein Kleinganoven-Trio mit einem Plan. Das alles ist derzeit im Schleswig-Holstein-Haus zu sehen. Dort wurde gestern die Ausstellung zur Filmgeschichte der Olsenbande eröffnet. Sie ist Teil des Filmkunstfestes, dessen Gastland in diesem Jahr Dänemark ist.

Zur Eröffnung der Sonderschau waren gleich zwei Dänen angereist: Willam Boe, Gesandter des Königreichs Dänemark in Deutschland, der die Schweriner herzlich begrüßte und den Bogen von den Kult-Filmen zur Völkerverständigung in Zeiten des kalten Krieges spannte. Und dann erschien noch ein ideenreicher Lausbub: Børge, alias Jes Holtsø. Gerade mal 1,60 Meter groß, in Turnschuhen und Jeans, mittlerweile allerdings mit Bart und grauen Haaren, aber unverkennbar Børge. Er war der sofort umringt von Autogrammjägern und Selfi-Fans.

<p>Jes Holtsø (60), einer der Hauptdarsteller der „Olsenbanden“-Filme, fühlt sich wie ein König, wenn er in Deutschland ist. In Dänemark gelte er als alter Kinderdarsteller, in Deutschland sei das anders, sagte Holtsø gestern in Schwerin zur Eröffnung einer Ausstellung über die Olsenbande  anlässlich des 27. Filmkunstfestes. Er hatte in mehreren Filmen Børge, den halbwüchsigen Sohn von Bandenmitglied Kjeld, gespielt. </p>

Jes Holtsø (60), einer der Hauptdarsteller der „Olsenbanden“-Filme, fühlt sich wie ein König, wenn er in Deutschland ist. In Dänemark gelte er als alter Kinderdarsteller, in Deutschland sei das anders, sagte Holtsø gestern in Schwerin zur Eröffnung einer Ausstellung über die Olsenbande  anlässlich des 27. Filmkunstfestes. Er hatte in mehreren Filmen Børge, den halbwüchsigen Sohn von Bandenmitglied Kjeld, gespielt.

 

Der Film-Sohn von Kjeld und Yvonne hüpfte allerdings in seiner Begrüßungsrede schnell ins Englische, Deutsch sei ihm „gerade ausgegangen“. Dann erzählte Jes Holtsø berührend, wie er damals die Filmreihe wahrgenommen habe: „wie pure Liebe“. Diese Botschaft, in lustigen, aber nie oberflächlichen Komödien präsentiert, lohne es auch heute noch, von den Fans der Olsenbanden-Filme an ihre Kinder weitergegeben zu werden. Dann setzte sich Jes Holtsø spontan ans E-Piano auf der Bühne. Das hatte er sich von Jörg-Ulrich Andres vom Konservatorium ausgeliehen, der mit seinen Schülern die Eröffnung sehr passend musikalisch umrahmt hatte. Der Däne stellte sich als guter Blues-Musiker vor und versprach, in dieser Eigenschaft Schwerin erneut besuchen zu wollen.

Die ersten Besucher der Ausstellung zeigten sich beeindruckt: Die Fotos spiegeln haargenau die Charakteristika der Schauspieler in der Komödienreihe wider: Egon Olsen mit Melone und Zigarre im eleganten, allerdings schon etwas in die Jahre geklommenen Anzug, ein bisschen an Charlie Chaplin und die großen Stummfilme erinnernd. Kjeld, der auf dem Auto-Rücksitz mit ängstlichem Blick seine Hände in den alten Hebammenkoffer krallt. Benny, in Hochwasser-Hosen und auf Zehenspitzen wippend, die Finger zur „Okay“-Geste geformt. Auf verschiedenen Fotos sind auch weitere Figuren der Filmreihe vertreten wie etwa Dynamit-Harry oder Kjelds Frau Yvonne – natürlich entspannt im Liegestuhl mit Strandgarderobe – ihr pinkfarbener Strohhut ist übrigens auch im Original zu sehen. Gezeigt werden zudem zahlreiche Filmplakate – dänische wie deutsche.

Antje Schunke, Leiterin des Schleswig-Holstein-Hauses und Organisatorin der Ausstellung, dankte den mehreren Schwerinern für Leihgaben für die Schau bereichern. Das sind Erinnerungsstücke, die besondere Beziehungen zu den Olsenbanden-Filmen widerspiegeln wie etwa Häkelarbeiten von Brigitte Münch oder Theaterrequisiten von Peter Dehlers Inszenierung „Die Olsenbande dreht durch“.

Die Ausstellung, die zum Begleitprogramm des Filmkunstfestes gehört, ist bis 25. Juni täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr zu sehen.

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