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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. Oktober 2017 | 16:27 Uhr

Die Not-OP der Kuscheltiere

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei der Kinder-Uni in den Helios-Kliniken werden Mädchen und Jungen der Friedensschule zu kleinen Chirurgen

von
erstellt am 13.Jul.2016 | 12:00 Uhr

Ein blauer Blinddarm, eine Leber, mit blauem Stift auf einen Oberkörper gemalt, Kuscheltiere, die notoperiert werden müssen – das gibt es nur einmal im Jahr: bei der Kinder-Uni der Helios-Kliniken. In dieser Woche tauschen Mädchen und Jungen von Grundschulen aus Schwerin und dem Umland jeweils für einen Tag ihren Federhalter gegen das OP-Besteck.

Kurt Kuschel, der kleine Teddy, hat einen langen Riss in seinem Fell. Auch andere Stofftiere sind verletzt. Die Wunden müssen genäht werden. Wie das geht? Das können Ida, Greta und Neele aus der Klasse 2a der Friedensschule selbst ausprobieren. Sie ziehen OP-Kittel über und legen sich den Mundschutz an. Und schon geht es los. Die Ärztinnen Dr. Franziska Koch und Susann Rischer erklären, warum ein Abdecktuch gebraucht wird und dass die Wunden vor dem Nähen ordentlich gereinigt werden müssen.

Im Raum nebenan wird eine OP vorbereitet. Ein Blinddarm ist entzündet, muss entfernt werden. Heute passiere das mit moderner Technik bestückt mit Kameras, erklärt Dr. Matthias Ristig den Kindern. „Man sagt auch Knopfloch-Chirurgie“, so der Oberarzt. Während Neele die Kamera hält, entfernt Dr. Ristig den entzündeten Blinddarm, in diesem Fall einen blauen Luftballon. Dann dürfen Erik, Hannah und die anderen Kinder selbst das OP-Besteck führen.

Zum dritten Mal laden die Helios-Kliniken eine Woche lang Grundschüler zur Kinder-Uni ein. „Jeden Tag kommen andere Klassen, jeweils 30 Schüler“, sagt Katrin Friedrich, die das medizinische Semester der etwas anderen Art organisiert.

Klassenleiterin Julia Seidel ist begeistert. „Es ist toll, wie liebevoll hier alles vorbereitet ist. Und den Kindern macht das wahnsinnig viel Spaß.“ Und die bringen ihre eigenen Erfahrungen mit, weiß Dr. Stefan Rosenstein. „Dabei geht es oftmals um ganz viel Emotionen“, so der Kinderarzt. Der kleine Theo zum Beispiel berichtet von einer Darmentzündung und was er ertragen musste. Mitschülerin Lea stellt sich als Model zur Verfügung. Mit einem blauen Stift zeichnet Dr. Rosenstein die verschiedenen Organe auf die Haut. Staunende Blicke bei den Schülern, als der Kinderarzt erklärt, dass der Darm eines Menschen etwa sechs Meter lang ist. Und viele Organe, die zunächst bei Lea auf dem Oberkörper aufgemalt wurden, können die Kinder dann auf einem Bildschirm sehen. Dank Ultraschall schauen sie in den Körper ihrer Mitschülerin. „Ich finde es super. Die Kinder bekommen einen Eindruck, was Ärzte tun müssen“, sagt Kathleen Engel, die als Mutter die Klasse begleitet. Sie glaube schon, dass den Mädchen und Jungen damit auch die Angst vor dem Krankenhaus genommen wird.

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