Das hat die Einheit für Schwerin gebracht : Die neuen Chancen genutzt

Als Unternehmer erfolgreich und gesellschaftlich aktiv: Torsten Hecht
Als Unternehmer erfolgreich und gesellschaftlich aktiv: Torsten Hecht

27 Jahre Deutsche Einheit – Was hat sie für Schwerin gebracht? Torsten Hecht gründete eigene Firma

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27. September 2017, 23:45 Uhr

Am nächsten Dienstag jährt sich zum 27. Mal der Tag der Deutschen Einheit. Was hat sie Schwerin und den Schwerinern gebracht? Vieles hat sich seither verändert oder ist völlig neu hinzugekommen. Wir wollen einige Beispiele aus Politik, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft vorstellen.

Torsten Hecht ist ein Unternehmer der ersten Stunde. Er hat die sich nach der Wende eröffnenden neuen Möglichkeiten konsequent genutzt und die IT-Firma Com In in Schwerin gegründet. Heute hat er 67 Mitarbeiter, ist Vizepräsident der IHK und engagiert sich darüber hinaus auf vielfältige Weise ehrenamtlich in Schwerin. Doch einfach war der Weg zum erfolgreichen Unternehmer nicht, erzählt der Firmenchef rückblickend. Aber bereut habe er ihn nie.

„Ich habe die Wende als Tür zur selbst bestimmten Gestaltung meines Lebens begriffen und es in die eigene Hand genommen“, sagt Hecht. Und fügt hinzu: „Das ist immer noch so. Diese Gesellschaft gibt jedem die Chance, frei zu entscheiden, was er will.“ Sicherlich seien Ausgangspunkte und Rahmenbedingungen oft unterschiedlich, aber es gäbe immer die Chance, das Leben selbst zu bestimmen, etwas daraus zu machen.

Hecht beschreibt das am eigenen Beispiel. Zu DDR-Zeiten hatte der studierte Elektrotechnik-Elektroniker im VEB Rationalisierungsmittelbau gearbeitet, unter anderem an der Ausrüstung der Schweriner Taxis mit Taxometern mitgewirkt und Robotron-Computer mitprogrammiert. „Nach der Wende wollte ich mich im Westen umschauen, was dort alles mit Computern gemacht wird“, erzählt er. 1990 habe er mehrere Wochen in einer IT-Firma in Frankfurt/Main gearbeitet und festgestellt: „Das kann ich auch.“ Er habe sich Geld geborgt, in Hamburg Einzelteile gekauft und daraus Zuhause PCs zusammengebaut. „Ich habe zwei Stück am Tag geschafft und konnte sie für gutes Geld in Schwerin verkaufen, so dass ich bald schon alles zurückzahlen konnte.“ Aus der klassischen Ein-Mann-Garagen-Firma wurde ein kleines Unternehmen. „Im September haben wir den ersten Laden in einer ehemaligen Wäscherei in der Lübecker Straße aufgemacht, seit Januar 1991 bin ich mit meiner Com In GmbH am Markt“, erzählt der Firmengründer. Doch einfach sei das Unternehmerleben nicht. Hecht kann von kleinen Formalienfehlern mit großen Wirkungen, wachsender Bürokratie, von der Politik geänderten Rahmenbedingungen und hart umkämpften Märkten ein Lied singen. Das zwinge, kreativ und effizient zu arbeiten, technologisch auf dem neuesten Stand zu sein und für ein mitarbeiterfreundliches Klima zu sorgen

„Aus Niederlagen lernt man“, fasst Hecht zusammen. „Jeder, der sich selbstständig macht, trägt Risiko, übernimmt Verantwortung, aber er kann eben auch gestalten und selbst entscheiden.“

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