Schweriner Pfadfinder : Die Nähe zur Natur erleben

Ausflugsplanung: Diakon Reinhard Sorge zeigt Rabea, Thale, Noah, Adrian, Joschi, Josef, Niclas und Jan (v.l.) wie sie den Kompass an einer Karte ausrichten können.
Ausflugsplanung: Diakon Reinhard Sorge zeigt Rabea, Thale, Noah, Adrian, Joschi, Josef, Niclas und Jan (v.l.) wie sie den Kompass an einer Karte ausrichten können.

Schweriner Kirchengemeinden und ihre sozialen Projekte: Die Pfadfinder der Versöhnungsgemeinde

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17. Januar 2018, 12:00 Uhr

Für kirchliche Schweriner Einrichtungen sind Gottesdienst und Gebet feste Bestandteile. Doch das ist nicht alles: Sie setzen sich mit unterschiedlichen Gruppen und Projekten für das Allgemeinwohl ein. In dieser Woche stellt die SVZ einige dieser Initiativen vor. Heute: die Evangelisch-Lutherische Versöhnungsgemeinde.

„Die Handys lassen wir wieder zu Hause?“ fragt Diakon Reinhard Sorge in die Runde der Pfadfinder „Heinrich der Löwe“. Es geht um die nächste große Ausfahrt während der Sommerferien. Die Kinder sind nicht begeistert, aber einverstanden. Sie handeln aus, dass die Handys immerhin zum Fotografieren benutzt werden dürfen.

Für Pfadfinder spielt es keine Rolle, ob die Sonne scheint oder es in Strömen regnet. Sie sind fast immer draußen. Während einer Radfahrt vergangenen Sommer zeigte sich Teamgeist. Das Fahrrad eines Jungen ging kaputt. Die anderen waren gleich zur Stelle: „Wir schieben dich“. 20 Kilometer später erreichten alle gemeinsam das Ziel.

„Das Tempo gibt bei uns der Schwächste an“, erklärt Diakon Reinhard Sorge. „Bei allem Abenteuer geht es immer ums Kooperieren.“ Gemeinsam wird gewandert, geklettert und gezeltet. Der Aufbau eines großen Pfadfinderzeltes sei stets ein Höhepunkt. Die Aktionen draußen kommen bei den Kindern gut an. Doch ohne Disziplin gehe es nicht.

Zum Treffen sind sechs Jungs und zwei Mädchen gekommen. Keiner ist älter als 16 Jahre. Warum kommen sie? Das Mädchen Thale erklärt: „Weil ich mich hier auspowern kann“.

Reinhard Sorge sieht sich in Lankow verwurzelt. Viele Kinder kennen ihn von klein auf, da er auch im Kindergarten tätig ist.

Während des Winters ist alles etwas anders. Da ist die Gruppe in der Kirche. Sonst draußen. Sie sind mitten in der Ausflugsplanung. Für zwei Wochen soll es im Sommer in den Harz gehen. Die Kinder richten ihre Kompasse an der Landkarte aus und nehmen so die Gegend schon einmal vorab in Augenschein. Gedanklich scheinen viele bereits die nächste Unternehmung vor Ort zu planen.

Bei allen Ausfahrten ist Reinhard Sorge wichtig, dass der finanzielle Teilnehmerbeitrag gering bleibt. Geschlafen werde deshalb oft nach kurzfristiger Absprache in Gärten von Pfarrhäusern in Zelten. Die Teilnahme an Ausflügen scheitere nicht an finanziellen Problemen. Es werde immer versucht, eine Lösung zu finden. Wie könnte diese aussehen? „Zum Beispiel, indem die Kirchengemeinde einspringt.“

Bis zur Ausfahrt ist es noch lange hin. Jetzt spielen die Kinder das Rollenspiel „Werwolf“. Jeder kann aus dem Alltag ausbrechen und mal jemand ganz anders sein.

Religiöses? Gibt es auch. Während die Kinder am Tisch sitzen und Obst essen, erzählt Sorge den Pfadfindern von den Heiligen Drei Königen.

Die kirchliche Gruppe in Lankow gehört zum Verband Christlicher Pfadfinder. Alle Mitglieder tragen eine Kluft in grauer Farbe. Die Halstücher sind je nach Altersstufe unterschiedlich. Regelmäßig stehen Bundestreffen mit mehreren tausend Kindern an.

Die Gruppe in Lankow trifft sich jeden Donnerstag Abend von 17 bis 19 Uhr. Eine Vertrauensbasis ist da. Einer der Jungs erzählt Sorge nach dem Treffen von seiner Suche nach einem Praktikum. Sorge hört zu.

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