Nach Brückensprengung Schwerin : Die nächste Problembrücke

Hat bald ausgedient: Die Brücke Wittenburger Straße wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Offen ist noch, wo in der Bauphase der Autoverkehr rollen soll. Der Ortsbeirat fordert, die Reiferbahn am Parkplatz des Schlosspark-Centers in beide Fahrtrichtungen zu öffnen. Fotos: Klawitter
Hat bald ausgedient: Die Brücke Wittenburger Straße wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Offen ist noch, wo in der Bauphase der Autoverkehr rollen soll. Der Ortsbeirat fordert, die Reiferbahn am Parkplatz des Schlosspark-Centers in beide Fahrtrichtungen zu öffnen.

In der Wittenburger Straße wird die Überführung über die Bahngleise abgerissen – das bringt Verkehrsbehinderungen mit sich

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16. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Da kommt was auf Autofahrer und Fußgänger zu: Im März soll der Abriss und anschließende Neubau der Eisenbahnbrücke in der Wittenburger Straße beginnen. Bis zum Jahresende muss alles fertig sein. Allerdings: Das Schlossparkcenter ist per Auto dann nur noch über die Reiferbahn von der Wallstraße her zu erreichen. Und auch für Fußgänger wird es keine Übergangslösung geben.

Ursprünglich war vorgesehen, dass die marode Brücke erst 2016 erneuert wird. Doch dann bot das Land Fördermittel an. Das Problem dabei: Diese Fördermittel müssen zwingend bis Ende 2015 abgerechnet sein. Das heißt: Die Brücke muss in deutlich kürzerer Zeit gebaut werden, als bisher vorgesehen. „Wir haben unsere komplette Ablaufplanung umstellen müssen“, sagt Carsten Bierstedt vom Amt für Verkehrsmanagement. „Jetzt müssen viele Arbeiten parallel erledigt werden, die üblicherweise nacheinander ablaufen.“

Noch ist jedoch die Ausführungsplanung noch gar nicht fertig. Ohne die werden keine Fördermittel bewilligt. Und bevor die nicht fest zugesagt sind, kann gar nicht gebaut werden. Doch Carsten Bierstedt ist zuversichtlich, dass die Ausschreibung im Januar laufen und der Bau dann im März beginnen kann.

Dafür ist auch noch das endgültige Okay der Deutschen Bahn erforderlich. Bei der müssen nämlich Sperrzeiten beantragt werden – normalerweise viele Monate im Voraus. „Die Bahn war aber bisher sehr kooperativ“, so Bierstadt. „Sie hat unsere Nöte offenbar verstanden und Zustimmung zu unseren Sperrwünschen signalisiert.“

Ein Problem aber bleibt: Die Wittenburger Straße wird ein dreiviertel Jahr lang dicht sein. Keine Zufahrt zur Lübecker Straße und vor allem keine Zufahrt zum Schlossparkcenter. Das wird nur von der Wallstraße her zu erreichen sein – auch in der Tourismushochsaison, auch im Vorweihnachtsgeschäft. „Wir müssen die Brücke erneuern“, sagt Verkehrsmanager Bierstedt. „Eine zweite Zufahrt zum Schlossparkcenter kann nicht eingerichtet werden. Das ist zu bedauern, aber ich kann es nicht ändern.“

Es trifft aber auch die Fußgänger. Für sie wird keine Behelfsbrücke über die Bahngleise gebaut. „Wir haben eine sehr umfangreiche Passantenbefragung durchgeführt“, sagt Carsten Bierstedt. „Die hat ergeben, dass eine Fußgängerbrücke in der Wittenburger Straße nicht erforderlich ist.“ Wer also aus der Paulsstadt oder der Weststadt zu Fuß zum Marienplatz will, muss sich andere Strecken suchen – über die Wittenburger geht nichts.

Einen Trost hat Bierstedt allerdings: „Wir haben durch den Druck wegen der Fördermittel eine sehr kurze Bauzeit und damit auch nur eine kurze Sperrung.

Doch mit den Einschränkungen im kommenden Jahr ist es nicht genug. 2016 geht es mit der Erneuerung der Eisenbahnbrücke in der Wallstraße weiter. „Das ist noch kritischer“, räumt Carsten Bierstedt ein. Denn dann läuft der Verkehr zum Schlossparkcenter ausschließlich über die Wittenburger Straße. Und die Wallstraße steht als Ausfahrt aus der Feldstadt auch nicht mehr zur Verfügung. Doch für Fußgänger gibt es einen Lichtblick. „Unsere Passantenbefragung hat ergeben, dass wir während der Bauzeit in der Wallstraße unbedingt eine Fußgängerbehelfsbrücke brauchen.“

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