zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 11:31 Uhr

Im Ehrenamt : Die Leichtigkeit hart erarbeitet

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ursula Henning rief die Rastower Volkstanzgruppe 2001 ins Leben, tanzt bis heute mit und hält die Fäden in der Hand

von
erstellt am 15.Jan.2015 | 23:14 Uhr

„Tanzen ist mein Ding.“ Der Satz kommt Ursula Henning leicht und locker über die Lippen. Genau so bewegt sich die Rastowerin auf dem Parkett, wenn sie mit ihren derzeit 16 Mitstreitern der Volkstanzgruppe „Landlust“ den Kegel, den Bändertanz oder den Wolgaster zeigt. Die 64-Jährige hat dabei eine Führungsrolle inne. Denn bei elf Damen und fünf Herren muss es zum Rollentausch kommen: Einige Frauen schlüpfen in die Männertracht und übernehmen die Führung beim Paartanz. „Deshalb tanze ich nie mit meinen Mann zusammen, obwohl der auch zur Tanzgruppe gehört“, erzählt Ursula Henning.

Im Grunde genommen ist die Tanzgruppe auch das Ding von Ursula Henning, selbst wenn ihr Mann Harrald die Vorgeschichte lieferte. Er regte im Jahr 2000 an, dass die Rastower die Tradition des Erntekronenbindens wieder aufleben lassen. Und die allererste Krone erhielt beim Ludwigsluster Kreiserntefest gleich einen ersten Platz. Bei der Feier in Heiddorf traten auch Volkstänzer auf. Und bei Ursula Henning entstand die Idee, auch diese Tradition in Rastow neu zu beleben. „Ich hatte da ja keine Ahnung, was auf uns zukommt“, sagt sie heute.

Doch die Idee fiel auf fruchtbaren Boden. Dem Aufruf folgten 25 Interessenten, die im März 2001 die Volkstanzgruppe „Landlust“ gründeten. Der Name war dabei kein Zufall. Denn die Rastower Gaststätte heißt so, dort trainierten die Tänzer einmal in der Woche, bevor sie im vorigen Jahr ins Gemeindehaus wechselten. „Aber unser Name hat sich längst etabliert, als Motto passt er bestens“, betont Ursula Henning. Das ist der Rastowerin ohnehin wichtig: In der Tanzgruppe haben alle Spaß. Die Mitstreiter bilden eine Gemeinschaft, die gemeinsam grillt oder bei Dorffesten für spaßige Einlagen sorgt. Aber vor allem wird getanzt.

Doch vor dem Vergnügen steht die Arbeit. Denn Tanzen ist harte Arbeit, erfordert viel Training. „Als wir anfingen, hatten alle keine Ahnung“, blickt Ursula Henning nochmals zurück. Jeder Schritt, jede Drehung musste einstudiert werden. Die Rastower begannen mit einfachen Melodien und Tanzschritten – nach Kinderliedern. Erst später kamen die klassischen Volkstänze hinzu. Heute beherrscht die Gruppe etwa 40 Stück davon. „Natürlich müssen wir vor einem Auftritt die geeigneten für das Programm auswählen und dann nochmals üben.“ Ein Hilfsmittel dabei sind Videoaufnahmen, danach studieren die Rastower neue Tänze ein. Sie besuchen aber auch Tanzseminare und pflegen Kontakt zu anderen Volkstanzgruppen, so zu den Mildenitzern und den Alt Metelnern.

So um die zehn Auftritte im Jahr haben die Rastower in ihrer der Mecklenburger Tracht nachempfundenen Tanzkleidung. Stammgäste sind sie beim Mittsommerfest im eigenen Dorf, aber auch bei der Warnemünder Woche. „Durch die Auftritte habe ich viele, schöne Ecken von Mecklenburg-Vorpommern kennen gelernt“, fügt Ursula Henning noch an. Dass zuvor auch dafür telefoniert und organisiert werden muss, stört die Versicherungsmaklerin nicht. „Das kann ich.“ Deshalb laufen auch bis heute die Fäden in den Händen von Ursula Henning zusammen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen