Kuriose Diskussion in Schwerin : Die Last mit der Kunst

Neben den drei quadratischen Pflanzlöchern im Vordergrund wird zu ebener Erde ein Wasserspiel installiert - die Sparkasse will nicht dafür bezahlen und statt dessen ein eigenes Kunstwerk vor ihrer Zentrale aufbauen. Reinhard klawitter
Neben den drei quadratischen Pflanzlöchern im Vordergrund wird zu ebener Erde ein Wasserspiel installiert - die Sparkasse will nicht dafür bezahlen und statt dessen ein eigenes Kunstwerk vor ihrer Zentrale aufbauen. Reinhard klawitter

Auf dem Marienplatz will die Sparkasse kein Wasserspiel finanzieren, weil es nahe der Deutschen Bank installiert werden soll. Nun muss es die Stadt nicht nur bezahlen, sie muss auch für einen sinnvollen Betrieb sorgen.

von
28. September 2012, 09:45 Uhr

Altstadt | Am 30. November sind die Bauarbeiten auf dem Marienplatz beendet, der Platz erstrahlt dann in neuem Glanz - davon ist Baudezernent Wolfram Friedersdorff überzeugt. "Es gibt zwar bei einzelnen Arbeiten einen Verzug, dafür wurde aber anderes vorgezogen. Der Endtermin steht auf jeden Fall." Der Platz wird dann eine "hohe Aufenthaltsqualität" haben, so die Aussagen der Stadtplaner. Grund sind nicht nur das schicke Pflaster aus geschnittenen Natursteinen, funktionale Bahnsteige und großformatige Gehwegplatten. Bänke werden zum Verweilen einladen. Im nördlichen Teil werden Bäume gepflanzt und ein Wasserspiel soll plätschern. Doch gerade um diesen Springbrunnen gab es eine kuriose Diskussion. Baudezernent Wolfram Friedersdorff wollte die städtischen Ausgaben dafür einsparen. Er bat deshalb die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin, die Kosten für das Wasserspiel zu übernehmen. Das Geldinstitut hat schließlich sein Hauptquartier am Marienplatz und ist allgemein spendabel, wenn es um die Unterstützung von Vereinen, Verbänden oder sozialen Projekten geht. Warum sollte die Sparkasse nicht etwas für den öffentlichen Raum tun, dachte sich Friedersdorff. Doch da hatte er die Rechnung ohne den Sparkassenvorstand gemacht. Unterstützung der Stadt gern, hieß es da. Aber doch nicht bei der Finanzierung eines Wasserspiels, das vor einer Filiale der Deutschen Bank installiert ist! Die befindet sich nämlich in den Schweriner Höfen an der Ecke zur Wismarschen Straße. Damit ist die Entfernung des Wasserspiels zur Sparkasse größer als die zur Deutschen Bank. Ein Umstand, den der Sparkassenvorstand nicht akzeptieren wollte. Damit bleibt die Finanzierung des Wasserspiels, wie ursprünglich geplant, bei der Stadt hängen.

Doch die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin hat sich dann doch entschlossen, etwas für die Öffentlichkeit zu tun. Sie wird ein Kunstwerk finanzieren, dass quasi vor ihrer eigenen Tür aufgestellt wird. Dafür gab es eine Ausschreibung - eine Jury hat auch bereits getagt und sich für eines der Werke entschieden. Nun müssen noch Detailgespräche mit dem Künstler geführt werden, bis endgültig klar ist, wie die Skulptur aussehen wird. "Erst dann können wir mit dem Projekt an die Öffentlichkeit gehen", so Torsten Mönnich von der Sparkasse. Kommen wird es auf jeden Fall - das Fundament für das Kunstwerk liegt bereits unter dem neuen Pflaster vor der Sparkassenzentrale.

Das Wasserspiel muss die Stadt jetzt nicht nur bezahlen, sie muss auch für einen sinnvollen Betrieb sorgen. Nicht ganz einfach, wie Baudezernent Frieders dorff eingestehen muss. Denn die Planer haben nicht berücksichtigt, dass es auf dem Marienplatz vielleicht auch mal windig sein könnte. "Zwar sind die Fontänen nur etwas über kniehoch, aber wenn der Wind ungünstig kommt, könnte der ganze Platz vernässen", so Friedersdorff. "Das wollen wir natürlich nicht." Deshalb wird das Wasserspiel nun auch noch einen Windschutz erhalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen