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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 03:57 Uhr

Strassenschäden auf K12 : Die Last mit den Lastern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Warum in der Ferne graben, wenn der Kies so nah liegt? An A-14-Baustelle ist eine Kiesgrube, doch Betreiber hatte nur Zuschlag für Brückenbau.

svz.de von
erstellt am 19.Aug.2014 | 21:30 Uhr

Die Kreisstraße 12, die Goldenstädt mit der Landesstraße 092 verbindet, hatte noch nie den Ruf, eine perfekte Straße zu sein. „Aber so schlimm wie jetzt, habe ich sie noch nicht erlebt“. Der Mann, der das sagt, heißt Peter Böhme. Er wohnt in Banzkow und fährt täglich auf dieser Straße zur Arbeit nach Neustadt-Glewe. Nur wenige Meter hinter dem Ortsausgangsschild Goldenstädt in Richtung Fahrbinde wird seinen Auto-Stoßdämpfern einiges zugemutet. Eine Wölbung, mehrere Zentimeter tief, dazu tiefe Risse im Straßenbelag. „Das war vor ein paar Monaten noch nicht so heftig“, ist sich der 57-Jährige sicher. Vor ein paar Monaten, ergänzt er, da seien auch noch nicht täglich so viele Lkw über diese Straße gefahren. Als die A-14-Baustelle kam, da kamen auch die Laster, die den Kies von Consrade zur Autobahn fahren. „Wer soll die Reparatur der kaputten Straßen später bezahlen? Und warum wird nicht der Kies aus der Grube direkt neben der Baustelle genommen, sondern aus Consrade dorthin gefahren?“ Das fragt sich nicht nur Peter Böhme.

Was die Kiesgrube bei Fahrbinde angeht, da hat Manfred Borowy vom Straßenbauamt Schwerin eine einfache Antwort: „Die Schürfrechte für diese Kiesgrube hat sich eine Firma gesichert, die mit dem Bau zweier Brücken an der A 14 beauftragt war“. Den Zuschlag für den Streckenbau, so Borowy weiter, habe jedoch eine andere Firma erhalten. Und diese könne, so der Straßenbauamtsmitarbeiter, ihren Kies dort holen, wo sie wolle.

Die Erdstofftransporte erfolgen seit Anfang des Jahres. Wurden laut Schweriner Verkehrsministerium  anfänglich 5000 Tonnen Kies täglich in Consrade gefördert und mit Hilfe von rund 200 Laster-Fahrten zur A 14 gebracht,  würden seit Ende Juli aus den Kieswerken Sülte und Consrade täglich in der Summe unter 2000 Tonnen Material geliefert. „Die Lieferwege führen sowohl über die Bundesstraße 106 als auch über die Kreisstraße 12. Angaben über die genaue Verteilung, so  Juliane Schultz vom Verkehrsministerium, lägen nicht vor.

Die Lieferungen erfolgen über öffentliche Straßen, welche für Lkw-Verkehr zugelassen sind. „Insofern kommt grundsätzlich jeder Straßenbaulastträger für die Instandhaltung seiner Straßen selbst auf“, weiß Juliane Schultz. In diesem Fall  ist der Baulastträger der Landkreis Ludwigslust-Parchim. Die Straßenbauverwaltung habe keine Transportwege vorgegeben, so dass auch Sanierungen nach dem Verursacherprinzip nicht zur Anwendung kämen. „Gleichwohl stehen wir nach Abschluss der Transporte für Gespräche zu Fördermöglichkeiten zur Verfügung“,  sagt die Ministeriumssprecherin.

Doch soweit ist es noch nicht, denn noch bis Ende des Jahres werden die Lieferungen von Dammbaumaterial über die Straßen rollen.

 

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