Pinnow : Die Krimis des Kriminalisten

„Der Glatteisagent“ ist das jüngste Buch von Autor Ulrich Hinse. Seit 2001 hat der 68-Jährige bereits 13 Bücher veröffentlicht. Den Plot für Buch 14 hat er schon im Kopf.
„Der Glatteisagent“ ist das jüngste Buch von Autor Ulrich Hinse. Seit 2001 hat der 68-Jährige bereits 13 Bücher veröffentlicht. Den Plot für Buch 14 hat er schon im Kopf.

In den meisten seiner Romane lässt der Pinnower Ulrich Hinse seinen Kommissar Raschke ermitteln – und Fälle gibt es noch genug.

von
24. April 2015, 23:55 Uhr

Pinnow  Raschke, der Erste Kriminalhauptkommissar, heißt einfach nur Raschke. Nicht, dass er keinen Vornamen hätte, aber er wird einfach so genannt. Raschke. Von den Kollegen, von den Freunden, sogar von seiner Frau. Raschke ist Mitte 50, hat einen stattlichen Bauch und wenig Haare. Er ist Brillenträger, etwas bequem und löst seine Fälle eher mit Köpfchen à la Derrick als mit Muskelkraft Marke Schimanski. Kriminalhauptkommissar Raschke gibt es nicht wirklich. Er ist eine Romanfigur. Aber sein Erfinder Ulrich Hinse legt kein Veto ein, wenn jemand behauptet, dass viel Raschke in Hinse und viel Hinse in Raschke stecken.

  Gut, Ulrich Hinse ist mit seinen 68 Jahren älter als der Protagonist seiner Krimis, aber Bauch, Brille und schütteres Haar passen. Bequem, sagt Ulrich Hinses Frau Karin, sei er auch. Und Kriminalist, das war der gebürtige Westfale ebenso. In Meckenheim bei der Staatsschutzabteilung des Bundeskriminalamtes. Dann ging es für ihn nach der Wende in den Osten. Mecklenburg-Vorpommern. 1991. Der Münsteraner baute das Landeskriminalamt mit auf, leitete von Anfang an die Staatsschutzabteilung. Bevor er 2007 in Pension ging, arbeitete er drei Jahre lang als Referent für die Kriminalitätsvorbeugung und Kriminalitätsbekämpfung im Schweriner Innenministerium. „Natürlich“, sagt er, „ist es leichter über eine Materie zu schreiben, die man kennt.“

Und Ulrich Hinse schreibt viel und gerne. In vier kleinen Verlagen sind seit 2002 schon 13 Bücher von ihm erschienen. Kommissar Raschke ermittelt gleich in zehn von ihnen, taucht in die Rechts- und linksextremistischen Szenen ein, vereitelt einen Terrorakt in Rostock oder klärt eine Mordserie in Hinses Heimatgemeinde Pinnow auf. „Blutiger Raps“, „Die 13. Plage“ oder „Die Petermännchenpuppe“ – so heißen nur einige der Krimis mit Lokalkolorit.

„Wer will schon nach Meck-Pomm“ – so der Titel von Hinses erstem Buch. Kein Krimi, kein Raschke. Ein autobiografischer Roman voll zwischenmenschlicher Erlebnisse auf dienstlicher und privater Ebene. Er schreibt darin auch über die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen und den GSG 9-Einsatz am Bahnhof in Bad Kleinen. Überraschend freimütig nennt er Kollegen beim Namen. „Das hat mir nicht nur Freunde eingebracht. Heute würde ich es nicht mehr so machen“, sagt Ulrich Hinse.

„Schreiben“, so unterstreicht er, „ist mein Hobby. Und wie jedes andere Hobby auch, kostet es Geld.“ Mittlerweile brauche er aber kein Geld mehr für seine Bücher beizusteuern. Vierstellige Verkaufszahlen seiner Bücher machen es möglich. Und Anerkennung gab es auch schon. 2005 wurde Ulrich Hinse erster Preisträger der Schweriner Kriminacht mit dem Kurzkrimi „Der Mord am Schwarzen Busch“.

Einmal hat sich Hinse an einen Mittelalter-Roman gewagt. Die Recherche war aufwändig. „Zu aufwändig“, findet der Pinnower. Aber es ist sein Lieblingsbuch. Trotzdem bleibt dieser Ausflug ins 14. Jahrhundert wohl eine Ausnahme. Über seine Pilgerreise auf dem Jacobsweg schrieb er auch. Erst einen Erfahrungsbericht, später einen Krimi. In seinem jüngsten Roman „Der Glatteisagent“ geht es nach einer wahren Begebenheit um den MfS-Spion Paul Fülle. Als junger Mann war Ulrich Hinse an den Ermittlungen zu diesem Fall beteiligt.

Jetzt, da auch Karin Hinse in Rente ist, überwintert das Ehepaar in Spanien. Alcala im Südwesten der Insel Teneriffa. Wenig Touristen, viel Zeit fürs Schreiben.

Einen neuen Raschke-Fall hat sich der Kriminaldirektor a.D. schon einfallen lassen. Der Plot steht. Inhalt? „Das verrate ich nicht“. Ulrich Hinse lässt Raschkes Fan-Gemeinde im Dunkeln tappen. Bis Anfang 2016. Dann soll das Buch erscheinen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen