Verborgene Schätze : Die Karten des Herrn von H.

Die Originale aus dem 17. und 18. Jahrhundert liegen im Stahlschrank: Elke Krügener, Dezernentin im Landeshauptarchiv, zeigt Reprints der Karten von Bertram Christian von Hoinckhusen.
Die Originale aus dem 17. und 18. Jahrhundert liegen im Stahlschrank: Elke Krügener, Dezernentin im Landeshauptarchiv, zeigt Reprints der Karten von Bertram Christian von Hoinckhusen.

Verborgene Kostbarkeiten: Landeshauptarchiv verwahrt Mecklenburg-Atlas aus der Feder von Bertram Christian von Hoinckhusen

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10. September 2015, 08:00 Uhr

Er hat Jura studiert, aber seine wahre Liebe gehörte der Geografie: Bertram Christian von Hoinckhusen (1651-1722) war Vizepräsident des obersten Hof- und Landgerichts, zuständig für Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz – und ein leidenschaftlicher Kartograf. Seine Karten von Mecklenburg, Federzeichnungen, mit Wasserfarben koloriert, lagern bestens geschützt im Landeshauptarchiv in der Graf-Schack-Allee in Schwerin. „Herr von Hoinckhusen hat in seiner Zeit eine herausragende Leistung vollbracht“, sagt Elke Krügener, Dezernentin im Landeshauptarchiv.

Hoinckhusen wurde in Ratzeburg geboren. Das Studium führte ihn nach Rostock. „Dort entstand im Jahr 1674 auch das erste überlieferte Kartenblatt mit dem Wall der Stadt“, berichtet Krügener. 1691 – nach mehrjährigen Reisen und anderen Beschäftigungen – wurde Hoinckhusen Assessor am Hof- und Landgericht in Parchim, 1707 erhielt er die Stelle des Vizepräsidenten des Gerichts, das 1708 nach Güstrow übersiedelte. Über seine Amtstätigkeit und seinen persönlichen Anteil am Prozessgeschehen ist wenig bekannt, wie es in einem Beitrag im „Biografischen Lexikon für Mecklenburg“ heißt.

Auch die Ergebnisse der langjährigen kartografischen Arbeit von Hoinckhusen kamen erst nach seinem Tod zum Vorschein. Im Nachlass des Juristen fanden sich eine auf 1721 datierte, unsignierte Generalkarte von Mecklenburg, eine kleinere Mecklenburg-Karte und 22 Ämterkarten, auf denen nicht nur Städte und Ortschaften verzeichnet sind, sondern unter anderem auch Kirchen, Klöster, Wasser- und Windmühlen, Zollstationen, Moore und Gehölze.

Wie es Hoinckhusen gelungen sei, ein so detailliertes Kartenwerk vorzulegen, bleibe bis heute ein Rätsel, erklärt Elke Krügener. „Wahrscheinlich ist er als Vizepräsident des Hof- und Landgerichts viel gereist.“ Immerhin hätten es die beiden Generalkarten durch Ankauf in das herzogliche Kunstkabinett geschafft, so die Dezernentin. Die Ämterkarten seien dagegen in Familienbesitz geblieben und erst 1860 auf dem Dachboden eines Gutshauses in Breesen wiederentdeckt worden. Der Besitzer, Kammerherr Adolf von Engel, habe sie dann dem Geheimen und Hauptarchiv in Schwerin vermacht.

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