Neue Kita in Schwerin : Die Handwerker von morgen

Einweihungsfeier mit Hammer und Nagel: Auch der dreijährige John und seine Tante Ute Senke verewigten sich an der Holzwand in der Werkstatt der Kita.
Einweihungsfeier mit Hammer und Nagel: Auch der dreijährige John und seine Tante Ute Senke verewigten sich an der Holzwand in der Werkstatt der Kita.

Bundesweites Modellprojekt: Kindertagesstätte „Alles im Lot“ in der Wismarschen Straße hat eine eigene Werkstatt

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24. Februar 2018, 08:00 Uhr

An einer großen Nagelwand – wie es sich für eine richtige Handwerks-Kita gehört – konnten sich die Gäste der Eröffnungsfeier verewigen. Auch der dreijährige John und seine Tante Ute Senke schlugen gemeinsam einen Nagel ein. Nur ein paar Schläge brauchten sie. „John ist schon ein richtiger Handwerker“, sagte seine Tante. Er baue und bastele für sein Leben gern – und fühle sich in der Kindertagesstätte „Alles im Lot“ in der Wismarschen Straße sehr wohl.

Seit November läuft der Betrieb in der Kita, die zum Kinderzentrum Mecklenburg gehört, das seinen Sitz gleich nebenan hat. Doch erst jetzt wurde die Werkstatt übergeben, in der sich die Mädchen und Jungen auf vielerlei Weise handwerklich ausprobieren können. „In unserer Kita wollen wir die Kinder an das Handwerk heranführen“, sagte Geschäftsführerin Kristina Timmermann gestern vor rund 200 Gästen. Ganz unmittelbar könnten die Kleinen den Erfolg ihres Tuns erleben.

40 Kinder besuchen derzeit die Kita, im Sommer sollen alle 78 Plätze belegt sein. Betreut werden die Mädchen und Jungen von Kita-Leiterin Ina de Groot und ihrem Team. Sozialministerin Stefanie Drese zeigte sich bei der feierlichen Eröffnung sichtlich beeindruckt vom Konzept der Kindertagesstätte. „Diese Kita ist etwas Besonderes, das spürt man sofort“, betonte Drese. Integration und Inklusion würden in der Einrichtung großgeschrieben, die Stärken jedes Kindes gestärkt, die Neugierde geweckt. Zugleich fördere die Kita mit ihrer angeschlossenen Werkstatt die Fachkräfte von morgen, den Nachwuchs bei Handwerksmeistern und Ingenieuren, so die Ministerin. Mit ihrem handwerklichen Konzept sei die Kita „Alles im Lot“ bundesweit einmalig, sagte der Hauptgeschäftsführer der Schweriner Handwerkskammer, Edgar Hummelsheim. Nicht mit Spielzeug, sondern mit richtigem Werkzeug würden die Kinder ihre praktischen Erfahrungen sammeln. „Diese Kita ist hoffentlich ein Modell für viele andere Einrichtungen“, so Hummelsheim.

Ihm gefalle der Name „Alles im Lot“, sagte Oberbürgermeister Rico Badenschier. „Lot“ sei nicht nur ein Begriff im Handwerk, sondern stehe auch dafür, dass im Leben alles seine Richtigkeit habe. Der OB dankte für die 78 Kita-Plätze, die durch den Neubau im Stadtteil Lewenberg entstanden sind – und dachte gleich noch einen Schritt weiter: „Schwerin hat keine Uni. Wir müssen junge Leute im Handwerk ausbilden, damit sie in der Stadt bleiben.“ Und vielleicht wird ja auch der kleine John mal als Handwerksmeister seiner Heimatstadt die Treue halten.












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