Schwerin : Die größte Konkurrenz ist virtuell

Er ist wöchentlich mindestens dreimal im Center: Tony Mannel.
Er ist wöchentlich mindestens dreimal im Center: Tony Mannel.

20 Jahre Schlosspark-Center: Das sagen die Kunden über den Konsum-Tempel

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30. September 2018, 05:00 Uhr

Es ist täglich Anziehungspunkt für tausende Gäste. Schweriner und Umländer wollen es längst nicht mehr missen. Ein Konsumtempel der Superlative – zumindest für Schweriner Verhältnisse. Jetzt feiert das Schlosspark-Center schon seinen 20. Geburtstag. Im abschließenden Teil unserer Serie kommen jetzt die Kunden zu Wort.

Es ist der ganz normale Wahnsinn an einem Freitagmorgen. Auf dem Marienplatz sind alle Fahrradständer voll belegt. Und die schweren Türen des Schlosspark-Centers pendeln im fast immer gleichen Takt. Viele Hände berühren sich an den Griffen unbeabsichtigt. Schweriner sind freundlich und halten sich die Türen auf. Mehr als 50 000 Menschen kommen an hochfrequentierten Tagen in das Schlosspark-Center. Die meisten von ihnen sind Wiederholungstäter. So wie Tony Mannel, der sogar dreimal wöchentlich durch den Konsumtempel hastet. „Ich bekomme hier alles, was ich brauche. Dicht nebeneinander. Heute sind es Brötchen und Aufschnitt. Es ist einfach bequem, hier fix durchzugehen“, sagt der 32-jährige Schweriner.

Von weiter her kommen Ursel und Siegfried Lach. Das Rentner-Ehepaar aus Parchim bummelt gern durch das Center. „Mindestens einmal im Monat kommen wir her und sehen uns ein bisschen um. Meistens kaufen wir Kleinigkeiten. Hier gibt es eben alles auf einem Haufen“, sagt die 83-Jährige, die mit ihrem Mann gerade einen Laden immer ansteuert. „Der Besuch der Fisch-Gaststätte muss sein“, sagt sie und meint die Kette „Nordsee“ im Erdgeschoss. Dort zieht es auch Lieselotte Poggensee regelmäßig hin. Die 81-Jährige aus Lübstorf hat im Center aber auch ihren Stammfrisör. Gestern sitzt sie einfach nur auf einer Bank und lässt sich ein Eis vom Italiener schmecken. „Wenn man mal ein paar Minuten Zeit überbrücken muss, kann man hier ganz bequem sitzen“, so Poggensee.

Das Eis im Center liebt auch der kleine Tim Schneider. Er begleite Mama Julia beim Shopping und freut sich über die süße Erfrischung, während die Mutter Rossmann und Spielemaxx im Visier hat. „Ich finde hier fast alles, ohne viel rennen zu müssen“, sagt die 32-Jährige. Einen wirklichen Konkurrenten hat das Schlosspark-Center in der Stadt nicht zu fürchten. Das Konzept des Einkaufspalastes mit der großen Vielfalt geht auf. Doch ein Gegner bleibt: das Internet. Das sagt auch Tony Mannel, der viel im Center unterwegs ist: „Meine Klamotten bestelle ich meistens online. Das ist noch ein Stück bequemer.“

Werner Böhm vom betreuten Wohnen in Zippendorf hält davon wiederum gar nichts. „Ich gucke heute mal, dass ich meine Sachen für die kältere Jahreszeit bekomme. Ich komme hier auch mit meinem Rollator oder Elektro-Scooter überall leicht rein und mit dem Fahrstuhl in die verschiedenen Etagen. Ich probiere gern direkt an, was ich kaufen möchte.“

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