Cambs : Die fürsorglichen Kirchen-Hüter

Die Kerzen in der Kirche zünden Olaf und Hannelore Papendick nicht nur zu Weihnachten an.
Die Kerzen in der Kirche zünden Olaf und Hannelore Papendick nicht nur zu Weihnachten an.

Zum Fest sind die Kirchen herausgeputzt: Küster sind die Helfer im Hintergrund, so wie die Cambser Hannelore und Olaf Papendick

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24. Dezember 2017, 09:00 Uhr

Zu Weihnachten werden die Kirchen wieder bis auf den hintersten Platz besetzt sein. Die Gotteshäuser sind festlich geschmückt, die meisten wohlig warm eingeheizt und die Wege rundherum um das Gebäude gepflegt. Die stillen Helfer im Hintergrund, die für dieses Ambiente und Pflege der Gotteshäuser in der Region verantwortlich sind: Küster. Sie sind die guten Seelen der Kirchen und ebnen den Weg für einen Gottesdienst in heimeliger Atmosphäre.

Mit der Kirche ist sie seit ihrer Kindheit verbunden. Damals hat sie erlebt, wie ihr Vater sich verantwortungsbewusst und liebevoll um die kleine Cambser Kirche gekümmert hat, wie der Hirte um seine Schafe. Nun ist Hannelore Papendick selbst eine Hirtin – sozusagen. Gemeinsam mit ihrem Mann Olaf ist sie ehrenamtliche Küsterin und damit die „Hüterin“ der Cambser Kirche. „Mein Vater hat das Ehrenamt mehr als 40 Jahre ausgeübt, als er dann nicht mehr konnte und meine Eltern verstorben sind, habe ich die Tätigkeit mehr oder weniger geerbt“, erzählt die 67-Jährige. Ihr Ehemann ist dabei eine große Unterstützung und beide kümmern sich mit großer Sorgfalt um das kleine Gotteshaus.

Kerzen anzünden, den Schmuck auf dem Altar drapieren, Adventsputz, einen Blick darauf haben, dass alles funktioniert, nicht zu vergessen: den Weihnachtsbaum aufstellen. „Das macht aber mein Ehemann“, erzählt die ehemalige Kinderdiakonin und Kita-Leiterin. Der ist auch für das Drumherum der Kirche zuständig. Mit Olaf Papendick ist sie seit 43 Jahren verheiratet. In Cambs ist sie aufgewachsen, hat für kurze Zeit in Schwerin gelebt und seit 20 Jahren wohnt sie wieder in ihrem Heimatort – direkt neben ihrem steinernen Pflegekind, der Kirche. Als Küsterin kümmert sie sich nicht nur um das Gotteshaus, sondern gibt auch manchmal Führungen. Dann erzählt sie unter anderem, dass das Ritterdorf Cambs 1331 das erste Mal urkundlich erwähnt wurde. Dass die Familie Diestel mehrere Güter in der Region besaß und dass Johann Peter Heinrich Diestel von 1855 bis 1856 die kleine Fachwerkkirche erbauen ließ. Schulklassen, Interessierte, Hotelgäste – sie alle schauen in der Cambser Kirche vorbei.

Auch ihre drei Enkelkinder nehmen Papendicks manchmal mit in die Kirche. Die wissen, dass sich Oma und Opa um das kirchliche Gebäude kümmern und helfen mit, wenn Hannelore Papendick durch die Kirchenbänke feudelt.

Einen Gottesdienst zu Weihnachten wird es in Cambs zwar nicht geben, die finden für diese Kirchengemeinde in Retgendorf und Zittow statt, aber weihnachtlich geschmückt ist trotzdem alles, denn am 7. Januar ist wieder ein Gottesdienst in der kleinen Kirche. Bis dahin werden die Papendicks ein Auge auf das Gotteshaus haben – fürsorglich wie immer.

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