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Zeitung für die Landeshauptstadt

25. November 2017 | 05:17 Uhr

Hut ab : Die Friseure der Jameler Apfel-Allee

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ehepaar Dahl übernimmt ehrenamtlich den Baumschnitt

von
erstellt am 03.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Die ersten frühlingshaften Sonnenstrahlen der vergangenen Tage haben Uwe und Renate Dahl aus Jamel nicht etwa für eine gemütliche Pause auf der heimischen Terrasse oder gar einen Spaziergang am Ostseestrand beziehungsweise durch die Lewitzwiesen genutzt. Nein, die beiden haben fleißig mit angepackt – in der eigenen Gemeinde. Denn Uwe Dahl hat sich den Apfelbäumen im Jameler Forstweg verschrieben. „Ich habe mit der Bürgermeisterin mal darüber gesprochen, dass hier die Astschere ran muss“, erklärt er. Doch der Jameler weiß auch um die spartanische Haushaltslage seiner Gemeinde. „Wenn das eine Fachfirma macht, dann kann das schnell teuer werden“, schiebt er hinterher.

Um den Finanzstrumpf der Gemeinde Banzkow zu entlasten, hat sich der Jameler nun gleich mehrere Termine im Kalender für den Baumschnitt eingetragen. Eine fachmännische Ausbildung als Garten- und Landschaftspfleger bringe der Zöllner zwar nicht mit, jedoch viel Herzblut und Erfahrung. „Gefühlt erledige ich den Baumschnitt schon seit 40 Jahren“, erklärt Uwe Dahl und lacht. Denn nicht nur im heimischen Garten sorgt er im Frühjahr für genügend Licht in den Kronen der Obstbäume. Auch viele Freunde und Bekannte fragen den Jameler, ob er den diese Aufgabe für sie übernimmt. In der Forststraße ist es nun das zweite Mal, dass er die Astschere oder gar die Säge ansetzt.

Um aber in die Kronen der 22 Straßenbäume zu kommen, reichte die Leiter aus dem eigenen Haushalt nicht aus. Schwere Technik musste her. Den entsprechenden Steiger hat dann die Gemeinde besorgt. Auch die Kosten für die Technik werden von der Kommune übernommen. „Lediglich der Baumschnitt wird von mir gemacht. Also kaum der Rede wert“, sagt Uwe Dahl und winkt ab. Aber ganz so wenig Arbeit ist es eben nicht, die er freiwillig leistet. Mehr als 30 Stunden sind es insgesamt, die Dahl für den Schnitt der Bäume von seiner Freizeit abgeknapst hat. Sechs Tage lang hatte er zu tun.

Seine Frau Renate ging ihm zur Hand und sorgte dafür, dass der Verkehr an der Technik vorbeirollen konnte, ohne ihren Mann vom Steiger zu schütteln. Von den Anwohnern der Apfel-Allee gab es viel Lob – so manch einer bot auch Kaffee oder Kuchen an. „Doch wenn ich damit anfange, dann werde ich ja mit der Arbeit nie fertig“, sagt Uwe Dahl und lacht. Ihm reiche es aus, wenn die Bürger sich freuen und die Bäume den Schnitt mit reichlich Früchten belohnen.

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