Banzkower Gesichter : Die Freundlichkeit fährt mit

Sicher und souverän lenkt Gebhard Ahrends, genau wie seine Kollegen, den grauen Transporter des Bürgermobils.
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Sicher und souverän lenkt Gebhard Ahrends, genau wie seine Kollegen, den grauen Transporter des Bürgermobils.

Arztbesuch, Einkaufstour oder Behördenbesuch: Die Fahrer des Banzkower Bürgermobils sorgen dafür, dass jeder von A nach B kommt

svz.de von
30. Januar 2018, 16:00 Uhr

Langsam rollt das fast vier Meter lange graue Fahrzeug von seinem überdachten Stellplatz. Neun Personen können in seinem Inneren Platz nehmen. Wenn der geräumige Transporter vom Hof des Banzkower Störtals fährt, geht es zu Leuten, die einen Fahrdienst brauchen, weil sie selbst nicht mobil sind. Der Name des Autos und Angebots liegt nahe: Bürgermobil. Doch ohne Fahrer ist das Angebot des eigens dafür gegründeten Vereins nur halb so viel wert: Herbert Ihde, Jürgen Jankowski, Gebhard Ahrends und Harry Götz sowie Gunnar Struck sind das Team hinter dem Service für alle Einwohner der Gemeinde Banzkow. „Keiner sollte Bedenken haben, das Bürgermobil in Anspruch zu nehmen“, ermuntert Gunnar Struck, der die Fahrten im Banzkower Störtal plant und organisiert.

Auf diese Planung schaut Gebhard Ahrends und weiß: Heute geht die Tour von Banzkow nach Schwerin und zurück, und auch in Mirow wird er Halt machen, um nach Jamel zu fahren. In seinem grünen Pullover mit der gelben Bürgermobil-Aufschrift und mit seinem freundlichen Gemüt begrüßt er seine Fahrgäste und holt sie direkt an der Tür ab. „Ich sage immer, der Service geht bis zur Eingangstür, erst wenn der Fahrgast wieder wohlbehalten zu Hause ankommt, ist der Fahrdienst beendet“, erzählt Ahrends, für den der Plausch mit dem Gast oder das Tragen der Einkaufstüten ebenso dazugehört wie das pünktliche Erscheinen. Den Fahrdienst übernimmt er ehrenamtlich, genau wie seine Kollegen. Sie alle haben Erfahrung im Steuern von Lastwagen oder größeren Autos.

Souverän lenkt Gebhard Ahrends den Wagen zum Betreuten Wohnen am Banzkower Mühlengraben. Zügigen Schrittes geht der 67-Jährige in die Einrichtung, um Eva-Maria Pansow abzuholen. Er öffnet ihr die Tür, hilft ihr unterstützend in den Wagen. Die 87-Jährige muss zum Facharzt nach Schwerin, sie fährt nicht das erste Mal mit dem Bürgermobil mit. Seit 2017 gibt es das Bürgermobil. Wer unter der Nummer 03861/3029770 anruft oder per E-Mail an buergermobil@stoertal-banzkow.de schreibt, kann den Service in Anspruch nehmen. „Jeder, der Unterstützung braucht, bekommt sie. Das sind nicht immer nur ältere Leute“, erzählt Ahrends. Innerhalb der Gemeinde kostet die Hin- und Rückfahrt 6 Euro, außerhalb 12 Euro.

Auch Alma Vick aus Mirow nutzt an diesem Nachmittag den bürgernahen Fahrdienst. Für sie geht es zum geselligen Spielenachmittag nach Jamel. „Oft fahren mich meine Kinder, aber dieses Mal klappte das nicht“, erzählt die 91-Jährige. „Geselligkeit ist die beste Medizin“, freut sie sich auf den Spielenachmittag. Gebhard Ahrends und das Bürgermobil sind an diesem Nachmittag für die Seniorin eine Möglichkeit, daran auch teilzunehmen. Weil Bürger sich für andere Bürger einsetzen.

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