Vortrag in Pinnow : Die Feldpost der Eltern als Zeitzeuge

Letzte Vorbereitungen: Morgen hält Hanna Strack ihren Vortrag über die Feldpostbriefe.
Letzte Vorbereitungen: Morgen hält Hanna Strack ihren Vortrag über die Feldpostbriefe.

Pinnower Hanna Strack hält morgen einen Vortrag

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15. Februar 2018, 23:37 Uhr

Hanna Strack schließt morgen mit einem Projekt ab, das sie jahrelang beschäftigt und tief berührt hat: Die 81-Jährige gestaltet einen Vortrag zu Feldpostbriefen aus den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts. Allein im Zweiten Weltkrieg haben deutsche Soldaten und deren Angehörige rund sieben Milliarden solcher Briefe geschrieben, es gab rund 13 000 Feldpoststellen.

Im Nachlass ihrer Mutter Maria Heinrich fand Hanna Strack den Briefwechsel zwischen ihren Eltern. Vater Karl Heinrich war Pfarrer im Schwarzwald und deutschnational gesinnt. Freiwillig zog er in den Krieg, in dem er Anfang 1945 umkam. „Meine Eltern haben sich jeden Tag geschrieben“, erzählt Hanna Strack. Durch diesen Briefwechsel hat die Pastorin im Ruhestand viel über ihre Eltern und auch über sich selbst erfahren. Denn die Mutter schilderte, wie sie und andere Frauen den Kriegsalltag allein meistern mussten, wie Familie zurechtkam. Auch der Vater schrieb recht offen, schätzt Hanna Strack ein. Die Schrecken des Krieges und Missstände in der Truppe kommen zu Sprache. Andererseits verwenden die Eltern einen Code, um den jeweiligen Einsatzort des Vaters zu übermitteln.

Hanna Strack hat diesen Briefwechsel aufgearbeitet, damit ihre Kinder, Enkel und Urenkel diese Zeitdokumente nutzen und bewahren können. „Ich habe mir damit auch eine Last von der Seele geschrieben“, fügt die 81-Jährige hinzu. Und sie ist überzeugt: Dieses Thema bewegt immer noch viele Menschen, wird aber selten angesprochen.

Das ist der Grund, warum Hanna Strack damit in die Öffentlichkeit geht. Schon die Ankündigung brachte eine große Resonanz. Die Pinnowerin wird morgen von 16 Uhr an im Gasthaus am Petersberg Einblicke in die Geschichte ihrer Familie bieten. Sie beginnt ihren Vortrag mit Dokumenten und Berichten aus beiden Weltkriegen, die ihr Nachbarn zur Verfügung stellten. „Das sind alles wichtige Zeitdokumente und Kulturgüter“, betont die agile Seniorin. Sie hofft, dass möglichst viele Angehörige diese Unterlagen aufbewahren oder ans Feldpostarchiv beim Museum für Kommunikation in Berlin senden. Der Nachmittag morgen beim Kultur- und Heimatverein Pinnow ist für Hanna Strack der Schlusspunkt zu diesem Projekt. „Ich arbeite noch an anderen Dingen“, erzählt die 81-Jährige. So stellt sie am 7. April ihr Buch „Schöpfungswonne – Eine Theologie des Blühens“ vor.

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