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Tourismus in Schwerin : Die etwas andere Stadtrundfahrt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seit 2009 bieten Claas Baumann und seine Kollegen Rikscha-Touren durch die Landeshauptstadt an

Gekonnt lenkt Sven Langanke seine grüne Rikscha die Schloßstraße hinauf. Während er sich links und rechts immer wieder an Fußgängern vorbeischlängelt, erzählt er seinen norwegischen Fahrgästen Lars und Kristina Lingsten Wissenswertes über die Geschichte Schwerins. Die sind von der besonderen Stadtrundfahrt angetan. „So dicht am Wasser und inmitten der Stadt geht so etwas sonst nicht“, lobt das Touristen-Ehepaar.

Die Idee für die etwas andere Fahrt durch Schwerin hatte Claas Baumann. Etwas mehr als sieben Jahre ist das jetzt her. „Ich wollte mich beruflich neu orientieren und irgendwas mit Fahrradtransport machen“ sagt der 52-Jährige. Gesagt getan: Von der Idee bis zur ersten Rikscha auf Schwerins Straßen vergingen gerade einmal zwei Monate. Zur Hilfe kam Baumann dabei die Bundesgartenschau 2009, die zahlreiche Touristen und damit auch potenzielle Kunden in die Landeshauptstadt lockte. Seitdem steht die Rikscha von Mai bis September täglich vor dem Schweriner Schloss. Im Angebot hat Claas Baumann aber nicht nur Stadtrundfahrten zwischen 30 und 90 Minuten. Auch Spezialausflüge in der Nacht, zum Picknick oder eine Glühwürmchentour mit Wein und Käse bietet der hauptberufliche Elektroinstallateur an. „Besonders beliebt ist aber auch die Hochzeits-Rikscha“, sagt er. Und dieser Service hat sich längst über die Stadtgrenzen hinaus herum gesprochen. Auch in Hagenow oder Stralsund war Baumann damit bereits unterwegs. „Besonders originell war aber eine indische Hochzeit in Hamburg. Rund 500 Gäste und eine Kulisse wie aus einem Bollywood-Film. Das war schon ein kleiner Kulturschock“, gibt der 52-Jährige schmunzelnd zu.

Schmunzeln müssen die Rikscha-Fahrer auch bei häufigen Fragen nach ihrem Fitnesszustand. Dabei bewegt sich das dreirädrige Gefährt nicht ausschließlich durch Muskelkraft. Vor allem bei Anstiegen oder holprigem Gelände zahlt sich der Elektro-Unterstützungs-Motor aus, mit dem jede der insgesamt neun Rikschas ausgestattet ist. Und alle haben bis auf eine Ausnahme immer zuverlässig ihren Dienst verrichtet. „Nur einmal wurde es schwer, als ich mit zwei etwas korpulenteren Engländern die Schlossstraße hoch fuhr“, erzählt Sven Langanke. Doch die beiden Briten nahmen es mit Humor. Statt zu meckern feuerten sie den Rikscha-Fahrer vom Rücksitz aus nach Leibeskräften lautstark an. „Das war schon einige witzige Szene, vor allem weil sich auch die Gäste der umliegenden Cafes köstlich amüsierten“, so Langanke.

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