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Senioren in Schwerin : Die Erfahrung der Älteren nutzen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Helga Bomplitz steht seit 25 Jahren an der Spitze des Landesseniorenrings und fördert bürgerschaftliches Engagement

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erstellt am 06.Apr.2016 | 23:09 Uhr

Gerade hat sie mit Franz Müntefering telefoniert. „Ich habe ihn gefragt, ob er im Mai an einer Podiumsdiskussion in Rostock teilnimmt“, sagt Helga Bomplitz. Um Altersbilder in der Gesellschaft werde es im Hotel Sonne gehen, „Alter neu erfinden“ laute das Thema. Noch habe der SPD-Promi nicht zugesagt. Aber die Vorsitzende des Landesseniorenrings gibt sich zuversichtlich. „Müntefering ist nett. Ich kenne ihn gut.“

Seit 1991, seit 25 Jahren also, steht Helga Bomplitz an der Spitze des Landesrings MV des Deutschen Seniorenrings, hat ihn praktisch aus der Taufe gehoben. Wichtigstes Anliegen: das bürgerschaftliche Engagement älterer Menschen zu fördern. „Fast 600 Senior-Trainer haben wir mit Unterstützung von Bund und Land bereits ausgebildet“, sagt Bomplitz. Nur ein Beispiel. Zentrale Projekte des Seniorenrings in Schwerin: das Seniorenbüro und die Senioren-Akademie.

Mehr als 40 Gruppen treffen sich regelmäßig in der Senioren-Akademie in der Wismarschen Straße. Das Angebot reicht vom Gedächtnistraining bis zu Sprachkursen. „Jede Woche haben wir rund 350 Teilnehmer“, sagt Helga Bomplitz, für die das Thema Bildung nicht zufällig ein Steckenpferd ist. Bevor sie sich mit vollem Einsatz der Seniorenarbeit widmete, war sie Lehrerin, brachte es bis zur Direktorin der Becherschule in Schwerin.

Unermüdlich ist Helga Bomplitz in ganz Deutschland unterwegs, um beim Thema Senioren Rede und Antwort zu stehen. So reiste sie jetzt auch mit dem Zug nach Sachsen, nahm einen mehr als fünfstündigen Umsteigehalt in Berlin in Kauf – um in Annaberg-Buchholz einen Preis und eine Urkunde entgegenzunehmen. Mit 5000 Euro honoriert das „Verbundnetz der Wärme“ die Arbeit von Bomplitz, die sich nun „Verbundnetz-Botschafterin“ nennen darf. Das Geld werde sie freilich nicht für sich behalten, betont die Vorsitzende des Landesseniorenrings. „Mit 500 Euro will ich das Schweriner Spendenparlament unterstützen“, sagt sie. Der Rest gehe in die Förderung kleinerer Projekte.

Das nächste größere Vorhaben startet der Landesseniorenring am 21. April in Schwerin: „Wir bilden Integrationsbegleiter für die Flüchtlingshilfe in MV aus.“ Ein generationsübergreifendes Projekt, sagt Helga Bomplitz. Überhaupt versteht sie Seniorenarbeit als Beitrag für ein gutes Miteinander von Jung und Alt.

Helga Bomplitz wirkt in vielen Gremien mit, sitzt in Jurys. Viele Kontakt seien in den vergangenen 25 Jahren entstanden, sagt die Chefin des Landesseniorenrings, die auch einen guten Draht zu Ministerpräsident Erwin Sellering hat. Und so wird sie ganz bestimmt noch einmal zum Telefonhörer greifen – um die Zusage von Franz Müntefering entgegenzunehmen.

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