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Raben Steinfelder Museum umgestaltet : Die Eiszeit im Zeitraffer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Geologische Ausstellung um fünf Modelle von Daniela Scharffenberg reicher: Werke waren Teil der Diplomarbeit der Designerin

von
erstellt am 14.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Das Geologische Museum von Reinhard Braasch im Unterdorf von Raben Steinfeld ist um fünf Exponate reicher. Diese sind weder aus Stein noch alt: Nachdem Designerin Daniela Scharffenberg ihre Diplomarbeit an der Fachhochschule Wismar in der vorigen Woche verteidigt und dafür die Note eins erhalten hatte, brachte die Schwerinerin die Schaustücke ihrer Diplomarbeit nach Raben Steinfeld.„Ich habe sie ja extra für dieses kleine Museum angefertigt“, verrät die 28-Jährige.

Daniela Scharffenberg ist begeisterte Naturforscherin, so lernte sie schon vor Jahren Reinhard Braasch kennen und war oft mit ihm auf geologischen Exkursionen unterwegs. Als bei Braasch die Idee reifte, seine ausgestellten Fundstücke neu zu präsentieren und stärker zeitlich einzuordnen, fand er in Daniela Scharffenberg sofort eine Verbündete. Und mehr noch: Die junge Frau ist Fan der „Sendung mit der Maus“, weil dort Dinge so erklärt werden, das „selbst Kinder komplizierte Sachen verstehen“. Genau das möchte die Designerin auch machen – mit Hilfe von Grafiken und Modellen. „Und da wir bei der Auswahl des Themas für unsere Diplomarbeit freie Hand hatten, habe ich genau das gemacht – zum Thema Geologie und mit regionalen Bezügen zu Schwerin und Umgebung“, erläutert die junge Frau. Und noch wichtig dabei: Die Modelle dürfen, ja sollen angefasst werden. So werden beispielsweise 400 000 Jahre Erdgeschichte in einer Minute nachvollziehbar. Denn ein Modell befasst sich mit den drei Kaltzeiten, von denen die jüngste, die Weichseleiszeit, unsere heutige Landschaft formte. Gäste, die den Zeitstrahl bewegen, lassen so die „Eismassen“ vorrücken und zurückweichen. Zudem ist ablesbar, woher unsere Findlinge kamen: Porphyre vom Oslofjord, Feuersteine aus Schonen, Granit aus der Region um Stockholm und Sandsteine vom heutigen Ostseegrund bei den Älandinseln.

Hinzu kommt ein ausklappbarer Erdzeitfächer, an dem Laien ablesen können, wann und wie die Bodenschichten rund um Schwerin entstanden sind – von der Urzeit bis heute. Am Gesteinskreislauf ist zu erkennen, wie unterschiedliche Gesteine entstanden sind. Ein Dreilappkrebs verrät, wie aus ihm ein Fossil wurde, das Fachleute Trilobit nennen. Das fünfte Modell ist ein Puzzle: Fossilien, so wie sie heute gefunden werden, können abgenommen werden. Auf der Unterseite der Tafel ist das einstige Tier zu erkennen.

Diese fünf Modelle sind aber nicht das einzige Neue im Geologischen Museum. Reinhard Braasch möchte mit der Umgestaltung erreichen, das der Ablauf der geologischen Entwicklung in der Region leichter nachvollziehbar wird – von den ersten Fossilienspuren bis zum Sternberger Kuchen. Braasch hat eine der größten Sammlungen dieses Gesteins, das nur hier in der Region vorkommt. Ein Zeitstrahl und ein großes Eiszeitmodell sollen ebenfalls helfen, alles leichter einzuordnen. Und Reinhard Braasch nutzte die Umgestaltung, um sein ältestes Fundstück in der Ausstellung zu präsentieren: Schon vor Jahren fand der Raben Steinfelder einen etwa 600 Millionen Jahre alten Stromatolithen. Dieses Sedimentgestein entstand aus mächtigen Algenmatten, die zusammengepressten Überreste dieser Pflanzen sind zu erkennen.

Reinhard Braasch präsentiert Teile seiner Sammlung nun schon seit 2004 im Keller des Wohnhauses in der Ringstraße 11. Besucher können sich direkt bei dem 67-Jährigen unter Telefon 03860/247 anmelden.

Daniela Scharffenberg indes wird nach dem abgeschlossenen Studium Westmecklenburg verlassen: Die Designerin hat in Berlin einen Job gefunden, in dem sie aber genau da weitermacht, womit sie in ihrer Diplomarbeit überzeugen konnte: Grafiken und Modelle mit wissenschaftlichem Anspruch erstellen.

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