Wettstreit auf dem Wasser : Die Drachenpaddler von Crivitz

Mit Teamgeist, Technik und Kondition: Bei den Schulmeisterschaften sitzt jede Klasse in einem Boot – und braucht die Hilfe eines Steuermannes

svz.de von
09. Juli 2014, 16:00 Uhr

Viel nasser können sie nicht werden, die Viertklässler der Fritz-Reuter Grundschule und die Jungen und Mädchen der fünften und sechsten Klasse der Regionalschule Crivitz. Bei einem Drachenbootrennen liegt es in der Natur der Sache, dass die Kleidung nicht ganz trocken bleibt, doch der Regen besorgt gerade den Rest. „Aber solange es nicht blitzt oder Starkregen kommt, führen wir die Veranstaltung durch“, sagt Michael Kurtz. Michael Kurtz ist Lehrer für Englisch, Mathematik und Arbeit/Wirtschaft/Technik und heute der Chef von rund 200 Schülern. Der 51-Jährige leitet das Drachenbootprojekt am Crivitzer Gymnasium und kümmert sich mit um die Organisation des Sportereignisses für alle drei Schulen aus der Stadt. Das Organisieren, darin haben sie in Crivitz übrig, denn die Schulmeisterschaften werden jetzt bereits zum 14. Mal ausgetragen.

Die Viertklässler sind schon durch. Drei Klassen gingen an den Start, letztlich hatte die Bootsbesatzung der Klasse 4c die Nase vor der 4b und der 4a.

Gleich sind die Fünft- und Sechsklässler an der Reihe. Erst gibt es zwei Qualifikationsrennen, die beiden Zeitschnellsten machen dann im Finale den Sieger unter sich aus. Wer Hunger hat, kann vorher noch was essen. Die 11a grillt für die Abikasse, die 9b verkauft Muffins für die Welthungerhilfe. In die 9b geht auch Justin. Er gehört zu den 14 ausgebildeten Steuerleuten, die die Boote der einzelnen Klassen lenken werden. Um Steuermann zu werden, musste der 15-Jährige Mitglied der Drachenbootprojekt-Gruppe des Gymnasiums werden. Badminton, Börse, Homepage oder Kunst. Das waren in Sachen Wahlpflichtfach-Unterricht die Alternativen. „Ich habe mich für das Drachenbootprojekt entschieden, weil ich es spannend finde, solch ein Boot zu steuern und dabei viel Verantwortung übernehmen kann“, sagt Justin. Gut ein Schuljahr und 100 Übungsstunden in Praxis und Theorie waren fällig, ehe er die Ausbildung zum Steuermann beenden konnte. Anfang der Woche hat er seine praktische Prüfung absolviert – und gehört jetzt zu den Steuerleuten. „Wir suchen die Jungen und Mädchen für diese Aufgaben ganz genau aus. Nur wer teamfähig und verantwortungsbewusst ist, darf bei diesem Projekt mitmachen“, sagt Projektleiter Kurtz.

Eine schmale Schneise im üppigen Schilfgürtel dient als An- und Ablegestelle für die beiden gemieteten Drachenboote. 20 Schüler passen in ein Boot, dazu der Schlagmann. Der Steuermann kommt noch dazu. Justin lenkt jetzt zum ersten Mal ein Boot – und hat Pech. Die Nässe hat dem Befestigungsseil zugesetzt, das mit dem Ruder verbunden ist. Stopp auf freier Strecke. Ein neues Seil wird angebracht, erst dann geht es weiter.

Am Ende stehen sich die Klassen 6a und 6b im Finale gegenüber. Die 6a gewinnt, mit nur einer Sekunde Vorsprung.

Am heutigen Mittwoch steht der zweite und letzte Wettkampftag an. Dann sind die Siebt- bis Elftklässler im Einsatz. Ein Boot voller Lehrer macht auch mit. Die Regenwahrscheinlichkeit ist wieder groß. „Egal“, sagt Lehrer Kurtz, „ob das Wasser von unten oder von oben kommt“, – nass werden die Aktiven wohl so oder so.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen