Hilfe für Jungen aus Gambia : Die Chance auf ein normales Leben

Kinderchirurg Dr. Christian Therra stammt aus Mali und konnte vor der schwierigen OP eine vertrauensvolle Beziehung zu dem achtjährigen Muhammed aus Gambia aufbauen.
Kinderchirurg Dr. Christian Therra stammt aus Mali und konnte vor der schwierigen OP eine vertrauensvolle Beziehung zu dem achtjährigen Muhammed aus Gambia aufbauen.

Muhammeds Leiden ist vorbei: Junge aus Gambia hat durch Operation in Helios-Kliniken einen natürlichen Darmausgang bekommen

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13. Juni 2015, 14:00 Uhr

Muhammed hatte einen schweren Start ins Leben: Ihm fehlt eine natürliche Afteröffnung. Anfang Mai vermittelte die Hilfsorganisation „Friedensdorf International“ den Achtjährigen in die Helios-Kliniken Schwerin. In einer aufwändigen Operation legten die Schweriner Kinderchirurgen um Chefarzt Dr. Harald von Suchodoletz dem Jungen aus Gambia einen natürlichen Darmausgang.

Sein ganzes Leben lang trug Muhammed eine Windel. Denn durch eine künstliche Darmöffnung lief kontinuierlich Stuhl aus seinem Darm. Er roch ständig nach Stuhl, was besonders seinen Kontakt zu anderen Kinder erschwerte – kaum ein Kind wollte mit ihm spielen. Zudem war Muhammed sehr verschlossen.

„Glücklicherweise sind die Schweriner Helios-Kliniken international breit aufgestellt, auch in der Kinderchirurgie arbeiten Ärzte mehrerer Nation zusammen“, sagt Dr. von Suchodoletz. „Dies ist eine wichtige Voraussetzung, Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten behandeln zu können.“ So gelang es auch dem malischen Kinderchirurgen Dr. Christian Therra, eine Beziehung zu dem Jungen aus Gambia aufzubauen.
An den ersten Tagen im Schweriner Krankenhaus erfolgte die Diagnostik mit Hilfe von Ultraschall, Röntgen und MRT. „Es galt zu prüfen, wo Muhammeds Darm endet und ob Nerven und Muskeln ausreichend entwickelt sind, so dass auch sein Schließmuskel nach erfolgreicher OP arbeiten würde“, begründet Dr. von Suchodoletz die ausführliche Diagnostik.

Schließlich konnten die Schweriner Ärzte dem Achtjährigen in einem schwierigen Eingriff helfen und haben seinen fehlenden Darmausgang rekonstruiert – er hat nun eine natürliche Afteröffnung. „Den künstlichen Darmausgang behält er zunächst weiterhin als Schutz, damit die natürliche Afteröffnung verheilen kann“, erklärt der Chefarzt. „Sobald dies geschehen ist, verschließen wir den künstlichen Darmausgang.“ Danach erhält Muhammed ein intensives Kontinenztraining. Denn er muss lernen, seinen Schließmuskel kontrolliert zu benutzen.

Die Schweriner Kinderchirurgen haben bereits mehrfach Kinder in Zusammenarbeit mit „Friedensdorf international“ behandelt. „Jedes von ihnen wird lange von uns nachbetreut, so dass wir sichergehen können, dass unsere Behandlung langfristig zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt“, betont Dr. von Suchodoletz. „Auch bei Muhammed freuen wir uns, wenn er nicht mehr stigmatisiert zu einem gesunden Mann heranwächst.“

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