Strasse in schlechtem Zustand : Die Buckel-Piste nach Bülow

Eine Liste mit 220 Unterschriften nimmt Landrat Rolf Christiansen (l.) von Bülows Bürgermeister Klaus Aurich entgegen. In der Gemeinde herrscht Unmut, weil die Kreisstraße 111 teilweise in einem katastrophalen Zustand ist.  Fotos: Hans Taken
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Eine Liste mit 220 Unterschriften nimmt Landrat Rolf Christiansen (l.) von Bülows Bürgermeister Klaus Aurich entgegen. In der Gemeinde herrscht Unmut, weil die Kreisstraße 111 teilweise in einem katastrophalen Zustand ist. Fotos: Hans Taken

Die Kreisstraße 111 ist der Schrecken der Autofahrer: Landrat machte sich vor Ort ein Bild – und bekam gleich eine Unterschriftenliste mit

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24. September 2015, 12:00 Uhr

Stoßdämpfer an Fahrzeugen sind eine sinnvolle Einrichtung. Sie sollen dafür dafür sorgen, dass Mensch und Material so angenehm wie schonend von A nach B kommen. Stoßdämpfer werden mal weniger, mal mehr strapaziert. Manchmal auch stark. So wie in Bülow. Genauer gesagt zwischen Badegow und Bülow auf der Kreisstraße 111. Manche Dorfbewohner nennen diesen Abschnitt Buckelpiste, andere Wellenschaukel. Teilsanierungen der Straße hat es schon gegeben. Der schlechtere Teil, sagen sie, der, der kurz hinter Badegow anfängt, der sei immer noch in katastrophalem Zustand. Seit Jahrzehnten.

Seit Jahren kämpft die 350-Seelen-Gemeinde um eine Verbesserung der Straße, die in den 1970-er Jahren gebaut wurde, dort, wo früher das Bett der Warnow lag und der Boden so moorig ist. Die jüngste Aktion: eine Unterschriftensammlung. Der Bürgermeister hat unterschrieben. Versteht sich. 219 andere auch. Wenn der Landrat mal höchstpersönlich nach Bülow kommt, dann bekommt er die Liste. Und, wenn er will, auch eine Ortsbegehung. Die Liste hat Rolf Christiansen jetzt bekommen. Eine Ortsbegehung auch.

Bürgermeister Aurich und einige Gemeindevertreter warten in Prestin. Auch durch diesen betagten Bülower Ortsteil schlängelt sich die Kreisstraße 111. Ein Stück ist hier im vergangenen Jahr saniert worden. Ein „Meilenstein“, freuten sich die Anwohner und fragten sich gleichzeitig, warum die restlichen Zweidrittel des innerörtlichen Teilstücks nicht sofort mitgemacht worden sind  ? Vielleicht weiß das ja der Landrat, der gerade angefahren kommt. Sein Dienstwagen lässt gute Stoßdämpfer vermuten. „Sind sie von Badegow aus gekommen?“, fragt ein Gemeindevertreter. „Ja“, sagt Christiansen. Gut so, denkt sich das Empfangskomitee, dann weiß der Landrat ja auch, warum die Wellenschaukel Wellenschaukel heißt. Dass sich der Landrat für das kleine Bülow 20 Minuten Zeit nimmt, finden Bürgermeister Aurich und Co. gut. Sehr gut sogar. Dass er keine verbindlichen Aussagen machen kann, ob und wann der Rest der Kreisstraße saniert wird, finden sie weniger gut. „Mit einer verbindlichen Zusage haben wir auch gar nicht gerechnet. Aber so hat sich der Landrat wenigstens ein Bild vor Ort machen können“, sagt der Bürgermeister.

Schlechte Straßen in Dörfern des Landkreises. „Die“, so Christiansen ,„gäbe es nicht nur in Bülow“. Die Zauberformel lautet: Fördermittel. „Ohne“, so Christiansen, „gehe bei der Sanierung von Kreisstraßen gar nichts.“ Wirtschaftlichkeit, Größe des Einzugsgebiets oder Verkehrsbelastung – all das seien zudem Kriterien, von denen eine Sanierung abhänge. Milchtransporter, Schulbusse, landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge, Anwohner oder Pendler, die diese Strecke als Abkürzung nutzen, die gäbe es zur Genüge, sind sich die Bülower sicher. „Wir werden das besprechen und uns bei Ihnen melden“, verspricht der Landrat. „Wir sind optimistisch, dass es irgendwann klappt“, sagt der Bürgermeister. Die Bülower müssen sich weiter in Geduld üben. Aber darin haben sie ja schon Erfahrung.


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