Aktiv als Rentner : Die Angst vorm Internet nehmen

Helmut Breitag leitet das Projekt Silver Surfer und hilft dabei Senioren im Umgang mit dem eigenen PC.
Helmut Breitag leitet das Projekt Silver Surfer und hilft dabei Senioren im Umgang mit dem eigenen PC.

Helmut Breitag hat als Wunschgroßvater, Kommunalpolitiker und PC-Experte allerhand um die Ohren

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26. August 2015, 12:00 Uhr

Als Helmut Breitag vor zwei Jahren freiwillig als Gruppenleiter bei der Sparkasse ausschied, war für ihn von vorneherein klar: Deinen ehemaligen Kollegen willst du in Zukunft nicht mit andauernden Besuchen  auf die Nerven gehen, du suchst dir etwas Eigenes.  Nachbarn und  Freunde haben das schon vorgemacht, engagieren sich z.B. in Fördervereinen von Kirchen oder bei Kunstvereinen.  Hannelore Breitag  selbst ist seit einigen Jahren im Schweriner Seniorenbüro aktiv, dreht dort Filme in der Videogruppe Metronom. Also schaute sich auch ihr Gatte  dort um – und fand gleich mehrere passende Betätigungsfelder. 

 Wenn  Helmut Breitag heute aufzählt, was er alles im Ehrenamt tut, dann klingt das nach einem echten Fulltime-Job:  „Ich bin beim Seniorenbüro im Spendenparlament tätig, koordiniere die Schweriner Gruppe der Silver-Surfer und gebe Computerkurse für Senioren. Gemeinsam mit meiner Frau gehöre ich zum Projekt Wunschgroßeltern, wir  haben jeden zweiten Mittwochnachmittag die vierjährige Charlotte bei uns. Und dann bin ich noch Gemeindevertreter und stellvertretender Bürgermeister von Seehof“, sagt er lächelnd. Helmut Breitag genießt seine Rentenzeit  in vollen Zügen – und viele andere Senioren genießen es, dass er ihnen hilft, die Welt des Internets  zu entdecken und bei der Gelegenheit natürlich auch ein bisschen zu plaudern.     „Der  klassische Fall ist folgender:  Eine ältere Dame bekommt von ihren weit entfernt wohnenden  Kindern oder Enkeln ein Tablet oder Smartphone geschenkt. Jetzt könne man viel besser miteinander kommunizieren, Bilder austauschen  und außerdem biete das Internet jede Menge Informationen. Dann drücken und wischen die Kinder  ein paarmal über den Bildschirm, sagen: ,Das erklärt sich alles von selbst und weg sind sie.“ Zurück lassen sie einen neugierigen, aber oftmals überforderten Menschen, der nach einigen Fehlversuchen bald den Spaß an der Technik zu verlieren droht. Genau an diese Leute wendet sich das Projekt Silver-Surfer.  Speziell als Technik-Botschafter  in Rostock  geschulte Senioren zeigen anderen,  welches Symbol auf ihrem Touchscreen sie drücken müssen, wie man im Internet surft, E-Mails empfängt und oder WhatsApp-Nachrichten verschickt.

„Die wenigsten wollen einkaufen im Netz oder ihre Bankgeschäfte dort regeln, aber über die vielen Informationsquellen freuen sie sich sehr. Manche Senioren skypen jetzt auch mit ihren Enkeln und schicken gerne E-Mails“, sagt Helmut Breitag. Die älteste seiner „Kundinnen“ ist übrigens schon 90.

Natürlich wird er auch außerhalb der Kurs-Stunden von seinen „Schülern“ angerufen, wenn der Rechner mal wieder abgestürzt ist oder sie anderweitig feststecken. Manchmal machen Breitag und seine Kollegen sogar Hausbesuche. Am 3., 10. 18. und 24. September jeweils von 10 bis 12 Uhr  läuft der nächste Silver-Surfer-Kursus im Seniorenbüro in der Wismarschen Straße 144. Teilnehmer zahlen  dafür  zwölf Euro. Es können aber auch individuelle Termine  mit den Silver Surfern  im Seniorenbüro unter der Telefonnummer  0385-5572940 vereinbart werden. Eine neue Gruppe kann auch zustande kommen, wenn sich vier bis sechs Teilnehmer finden. 

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