Prävention in Schwerin : Die Alltagsdrogen im Visier

Mit der 0,8-Promille-Brille auf der Nase lässt es sich schlecht laufen. Das wissen Niclas (l.) und Max jetzt. Minister Harry Glawe schaute sich das mal aus der Nähe an.
Mit der 0,8-Promille-Brille auf der Nase lässt es sich schlecht laufen. Das wissen Niclas (l.) und Max jetzt. Minister Harry Glawe schaute sich das mal aus der Nähe an.

Filme und Mitmach-Aktionen zeigen 900 Schülern, wie gefährlich Nikotin und Alkohol sind

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09. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Wenn es zu veranschaulichen gilt, wie Alkohol die Sinne vernebelt, dann kommen meistens eine Spezial-Brille, mindestens ein weißer Streifen auf dem Boden und ein kleiner Baukasten ins Spiel. Promille-Run nennt sich das. Der Promille-Lauf ist praktisch der Klassiker unter den Mitmach-Aktionen einer Präventionsveranstaltung.

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verzichtet nicht auf diesen bewährten Vorführeffekt, der die Probanden bei der 0,8-Promille-Simulation wanken und zielsicher daneben greifen lässt. Zwei Dutzend Jugendliche testen an diesem Morgen die Gleichgewichtsstörung im Schweriner Kino „Mega Movies“, während sich viele andere der mehr als 900 Schüler zwischen 12 und 19 Jahren an weiteren fünf Mitmach-Aktionen ausprobieren. Maike, Neele, Max, Niclas und Matti werfen sich einen Würfel zu und versuchen sich im pantomimischen Begriffe-Raten. Einer zieht an einer imaginären Zigarette. Immer und immer wieder. „Kettenrauchen“, ruft ein anderer in die Runde. Richtig. Raucherhusten, Lungenkrebs – alles das, was keiner gerne hört, geschweige denn haben möchte, ist im Spiel. „Spannend und sehr anschaulich“, sind sich diese fünf Achtklässler des Goethe-Gymnasiums einig.

Während die Schüler diskutieren und argumentieren, haben in einem Kinosaal Wirtschaftsminister Harry Glawe, Schwerins Oberbürgermeister Rico Badenschier und BZgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss an Stehtischen Stellung bezogen und sind sich einig: „Kinder und Jugendliche müssen so früh wie möglich für die Themen risikobewusster Konsum und konsummindernder Umgang mit den Alltagsdrogen Nikotin und Alkohol sensibilisiert werden.“

Um das zu schaffen, gibt es unter anderem die Jugendfilmtage der BZgA, deren Deutschland-Tour gestern endete. In Schwerin beteiligten sich daran verschiedene Fachdienste, Präventionsstellen oder Sucht- und Beratungsstellen.

„Ja“, sagt Heidrun Thaiss, „mit einem Anteil von 7,4 Prozent hat die Verbreitung des Rauchens unter 12- bis 17-Jährigen in Deutschland einen historischen Tiefstand erreicht.“ Ja, der Trend zeige sich auch in der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen. Und ja, auch der regelmäßige Alkoholkonsum junger Menschen in Deutschland gehe seit den 1970er-Jahren kontinuierlich zurück. „Aber Sorge bereitet unter anderem weiterhin, dass zehn Prozent der 12- bis 17-Jährigen regelmäßig Alkohol trinken“, so Thaiss.

Was den durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von Alkohol in MV angeht, da hat Minister Glawe mehr Zahlen. „Die Vorpommern kommen auf 16 Liter reinen Alkohol pro Jahr, die Mecklenburger auf 14“, sagt Glawe, dessen Ministerium beispielsweise die Sucht- und Drogenberatungsstellen des Landes mit jährlich 1,7 Millionen Euro fördert.

Statt Mathe und Musik nun Mitmach-Stände und Filme schauen. Sechs Streifen zu den Themen Alkohol und Nikotin sind im Angebot. Ein Angebot, das nicht nur Maike, Neele, Max, Niclas und Matti gerne angenommen haben.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 75.000 Schüler und Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
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