Streit um Höhe der Häuser : Dicke Luft in Waisengärten

Waisengärten: Der erste Bauabschnitt ist fast fertig – die ersten Häuser sind schon seit Langem bewohnt.
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Waisengärten: Der erste Bauabschnitt ist fast fertig – die ersten Häuser sind schon seit Langem bewohnt.

Bauherren streiten um die Höhe der Häuser

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15. April 2017, 05:00 Uhr

Es gibt Zoff in den Waisengärten. Investoren, die dort bereits gebaut haben, laufen Sturm gegen das Vorhaben eines weiteren Bauherren. Der will zwei Häuser bauen, die nach Meinung der anderen Investoren nicht den Vorgaben des Bebauungsplanes entsprechen.

„Ich bin kompromissbereit“, sagt Investor Matthias Kühne. „Meine ursprünglichen Planungen sind bereits überarbeitet.“ Seine ersten Entwürfe für die beiden Häuser mit je 14 Wohnungen sahen keine Tiefgaragen vor. Kühne plante weniger als einen Autostellplatz pro Wohnung – vor den Häusern. Der B-Plan legt aber einen pro Wohneinheit fest.

Doch es gibt weitere Kritikpunkte am Kühne-Vorhaben. So soll ein so genanntes Sockelgeschoss höchstens 1,40 Meter über das Straßenniveau hinaus reichen. Kühne will seine Gebäude jedoch anschütten und erst ab der Oberkante dieser Anschüttung die vorgegebene Höhe rechnen. Außerdem soll auf dem Dach ein Austritt zur Dachterrasse gebaut werden. Der erste Entwurf sah dafür einen größeren Baukörper vor.

Über die Einhaltung des B-Planes soll ein Gestaltungsbeirat wachen, der auch für eine qualitativ hochwertige Architektur sorgen soll. Dieser Beirat ist nicht unumstritten. Ein Teil der bisherigen Investoren lobt die Hinweise der Experten für hilfreich, andere fühlen sich gegängelt. Bisher aber wurden die Hinweise des Beirates immer berücksichtigt.

„Wir waren auch schon mehrmals im Gestaltungsbeirat und haben unsere Entwürfe überarbeitet“, sagt Matthias Kühne. So haben seine Häuser jetzt Tiefgaragen, der Dachaufbau wurde verkleinert. „Gefühlt sind die Häuser aber immer noch sechsgeschossig“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. Er hatte deshalb alle Investoren zu einem Gespräch eingeladen. Ein endgültiges Ergebnis gab es nicht. Kühne verändert seine Pläne noch einmal und will sie dann dem Gestaltungsbeirat erneut vorlegen.

„Diese Entwürfe wird die Verwaltung ganz genau auf die Einhaltung des Bebauungsplanes prüfen“, kündigt Nottebaum an. „Gibt es keine Einigung in den nächsten vier Wochen, werden die Pläne im nichtöffentlichen Teil der Bauausschusssitzung vorgestellt. Dann soll das Gremium entscheiden, ob das Vorhaben in Ordnung ist, oder möglicherweise der B-Plan verschärft werden muss. Dezernent Nottebaum kann sich beispielsweise vorstellen, dass eine maximale Gebäudehöhe genau festgelegt wird.

Matthias Kühne ist in Schwerin kein Unbekannter. Er war Ende der 90er-Jahre Stadtwerke-Ko-Geschäftsführer.

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