Nach tödlichem Unfall in Schwerin : Dezernent geht auf Görrieser zu

Diese Plakate in Görries mahnen, Konsequenzen aus dem Unfall zu ziehen.
Diese Plakate in Görries mahnen, Konsequenzen aus dem Unfall zu ziehen.

Nach dem tödlichen Unfall in der Rogahner Straße: Stadt reagiert auf Kritik von Ortsbeirat und Einwohnern und bietet Gespräch an

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16. März 2015, 22:00 Uhr

Görries kommt nicht zur Ruhe: Der Unfall auf der Rogahner Straße, bei dem Ende Januar eine 82-Jährige auf Höhe der Bushaltestelle Am Heidberg ums Leben kam (wir berichteten), bewegt weiterhin die Einwohner des Stadtteils. Hans Jammer-Lühr, langjähriges Mitglied im Görrieser Ortsbeirat, hat jetzt scharfe Kritik an der Stadtverwaltung geübt. Immer wieder habe der Ortsbeirat auf die Gefahrensituation in der Rogahner Straße hingewiesen – ohne Gehör zu finden, sagt er.

Mehrfach sei der Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement zu Ortsbeiratssitzungen eingeladen worden – ohne zu kommen, beklagt Jammer-Lühr. „Mit unserem Vorschlag, eine ungenutzte Ampel in Neumühle abzubauen und in Görries aufzustellen, sind wir nicht durchgedrungen.“ Stets sei der Ortsbeirat vertröstet worden, so der Stadtteilpolitiker.

Bau- und Ordnungsdezernent Bernd Nottebaum weist die Kritik zurück. Er selbst habe gerade erst im Januar eine Rundfahrt durch Görries gemacht und sich über Probleme vor Ort informiert – gemeinsam mit Verkehrsmanagement-Chef Dr. Bernd-Rolf Smerdka, Stadtplaner Dr. Günter Reinkober und dem Ortsbeiratsvorsitzenden Ralf Klein.

In der Sache stützt Nottebaum die Position, die bisher auch schon Amtsleiter Smerdka eingenommen hat: „Wir müssen die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft zum Unfall abwarten.“ Mit einem Rollator hatte die 82-jährige Rentnerin am 30. Januar morgens um 7 Uhr die Rogahner Straße überqueren wollen und war dabei von einem Auto erfasst worden, ermittelt wird laut Staatsanwaltschaft gegen eine 38-jährige Kraftfahrerin. „Auf diesem Abschnitt der Rogahner Straße gilt Tempo 30, die Strecke ist gerade und gut einsehbar“, betont Nottebaum. Aus Sicht der Stadt – wie auch der Polizei – sei die Stelle kein Unfallschwerpunkt. Gleichwohl solle die Rogahner Straße 2017 saniert werden, möglicherweise auch schon ein Jahr eher, so der Dezernent.

Dass der Görrieser Beirat wiederholt auf die Gefahr am Heidberg hingewiesen und etwa eine Fußgängerampel gefordert habe, könne er nicht bestätigen, erklärt Nottebaum. „In den Protokollen des Gremiums aus den vergangenen drei Jahren findet sich zumindest kein entsprechender Hinweis.“

Wohl aber gibt es Protokolle, die belegen, dass sich der Görrieser Ortsbeirat in der Vergangenheit von der Verwaltung nicht ausreichend beachtet fühlte, dass Termine offenbar kurzfristig abgesagt, Fragen der Stadtteilpolitiker nicht vollständig beantwortet wurden. „Das lassen wir nicht länger mit uns machen“, heißt es in einem Protokoll, aus dem SVZ bereits vor einem Jahr zitierte.

Dezernent Nottebaum will jetzt auf die Görrieser zugehen. Noch vor Ostern werde es eine öffentliche Ortsbeiratssitzung geben, bei der alle Vorwürfe ausgeräumt und Konsequenzen aus dem Unfall gezogen werden sollen, kündigt er an.

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