KInderarzt aus Argentinien : Deutsch büffeln für den neuen Job

Vokabeln büffeln: Täglich arbeiten Marcelo und Yanina an ihren Deutschkenntnissen.
Vokabeln büffeln: Täglich arbeiten Marcelo und Yanina an ihren Deutschkenntnissen.

Mediziner Marcelo Ivan Cabrera möchte gern in MV arbeiten, muss dafür aber die Sprache lernen: Seine Frau und ein Kurs helfen dabei

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03. August 2015, 22:00 Uhr

Immer weniger Ärzte garantieren die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern. Umso mehr bemüht sich die Politik, qualifizierte Ärzte aus dem Ausland in den Nordosten zu holen. Die haben es aber nicht leicht. Die neue Sprache ist schwierig, die Kultur anders und der Weg zur notwendigen Approbation lang.

Der argentinische Radiologe und Kinderarzt Marcelo Ivan Cabrera besucht mehrmals die Woche einen speziellen Deutschkurs für Ärzte in Rostock, um seinem Traum vom Leben und Arbeiten in Deutschland ein Stück
näher zu kommen. Sie versuchen Deutsch miteinander zu sprechen, Marcelo und seine Frau Yanina Vanesa Forgia.

Der 30-jährigen Yanina fällt es leichter als ihrem Mann, schließlich hat sie schon in ihrer Heimat Buenos Aires Deutschunterricht genommen und absolviert seit April während des Bundesfreiwilligendienstes ein einjähriges Praktikum in der Kurzzeitpflege des „Augustenstift zu Schwerin“ in der Gartenhöhe.

Vor zwei Jahren begann das junge Ehepaar damit, sich mit dem Gedanken zu beschäftigen, in Deutschland Fuß zu fassen. „Ein fester Arbeitsvertrag ist in Argentinien eher unüblich und die Bezahlung schlecht. Außerdem bestimmen die hohe Inflation und das starke soziale Ungleichgewicht das Leben“, erzählt Marcelo. Die studierte Physiotherapeutin Yanina informierte sich im Internet über Beschäftigungsmöglichkeiten in Deutschland und wurde auf der spanischen Seite der Sozius Pflege- und Betreuungsdienste Schwerin „Intercambios“ fündig. Sie tauschte sich mit einer ehemaligen Praktikantin aus und kurze Zeit später fing sie ihr Praktikum im Augustenstift an.

Marcelo fährt dreimal die Woche mit dem Zug nach Rostock und besucht dort einen speziellen Deutschkurs für Ärzte. „Als Arzt ist es wichtig, mit den Patienten reden zu können. Deshalb ist es mein oberstes Ziel, schnell sicher in der neuen Sprache zu werden“, sagt der 39-Jährige. Um die Hürde der Approbation, die Anerkennung als Arzt in Deutschland, zu nehmen, muss er ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen. Yanina, die donnerstags den internen Sprachunterricht im Augustenstift besucht, unterstützt ihren Mann bei seinen Bemühungen. Gemeinsam besuchen sie in Schwerin jeden Sonnabend einen Deutschkurs.

Marcelo hofft, bald als Radiologe in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten zu können. Er ist gut ausgebildet und hat jahrelang im italienischen Krankenhaus in Buenos Aires Erfahrungen gesammelt. Diese möchte er nun ausbauen. „Wir können uns hier eine Zukunft sehr gut vorstellen“, sagt er.

Laut deutschem Gesetz muss Marcelo nach drei Monaten wieder zurück nach Buenos Aires – es sei denn, er kann einen deutschen Arbeitsvertrag vorweisen. Darauf hoffen die jungen Argentinier. „Ich werde im Januar 31. Diesen Geburtstag würde ich gern mit Marcelo gemeinsam hier feiern“, sagt Yanina.

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