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Schweriner Pilz-Expertin : Des Pilzes Freud, der anderen Leid

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Dank der vielen Regenschauer gibt es in diesem Jahr so viele Pilze wie selten / Expertin Elfie Hruby warnt vor gefährlichen Verwechslungen

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2017 | 21:00 Uhr

Nass ist er, der Sommer. Statt Sonne gibt es vielerorts nur graue Wolken am Himmel zu sehen. „Uns Pilzsammler freut das natürlich ungemein“, sagt Elfie Hruby von der Naturschutzstation Zippendorf. „Pilze mögen es warm und feucht. Der Regen kommt nach den kurzen Wärmeperioden immer genau richtig.“ In den vergangenen beiden Jahren war es ziemlich trocken, daher müssen die oftmals eingetrockneten Pflanzen erst regenerieren, erklärt die Pilz-Expertin. Der viele Regen kommt diesem Regenerationsprozess dabei zugute. „Das erklärt auch, warum es in diesem Jahr so viele Pilze wie selten zuvor gibt.“

Ob Steinpilz, Hexenröhrling oder Pfifferling: In den Wäldern um Schwerin findet man viele verschiedene Pilze. Doch nicht alle sind genießbar. So sieht etwa der Pantherpilz dem Perlpilz sehr ähnlich. „Das kann fatale Folgen haben. Der Pantherpilz ist sehr giftig und kann unter Umständen sogar zum Tod führen“, erläutert Hruby. Die Expertin rät Sammlern, nur die Exemplare mitzunehmen, die sie auch wirklich kennen. So hätte Unwissen bereits zum ersten Notfall des Jahres geführt.

Hat nun trotzdem ein unbekannter Pilz seinen Platz im Korb gefunden, können unsichere Sammler seit vergangenem Montag von 16 bis 17 Uhr bei Hruby in der Zippendorfer Naturschutzstation vorbeischauen. Drei Besucher hatten ihre halbvollen Körbe bereits dabei und nutzten dabei Hrubys Wissen. „Jeder Pilz ist anders, Deswegen kann man auch mit Pflanzen-Führern, anderen Büchern oder Pilz-Apps oft nur schwer bestimmen, um welche Art es sich denn eigentlich handelt“, erklärt die Naturschützerin.

Hierzulande gibt es etwa 3400 bekannte Pilzarten. Rund 500 davon sind ess- und genießbar, 200 sind giftig. „Wichtig ist, sich vor der Zubereitung zu informieren. Vorsorge ist besser als Nachsorge“, sagt Hruby. Deshalb gibt sie auch außerhalb ihrer Beratungsstunde Ratschläge und Tipps unter Telefon 038753/889988.

Der Höhepunkt für die Schweriner Pilzsammler ist die traditionelle Ausstellung im September. Am 22. sind dazu Sammler und Interessierte in die Naturschutzstation eingeladen, um gemeinsam die schönsten Exemplare in Augenschein zu nehmen. „Außerdem finden dann auch wieder Pilzwanderungen statt. So kommt man in Kontakt mit anderen Sammlern und kann sich austauschen“, sagt die Pilz-Expertin.

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