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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 06:47 Uhr

Christian Genschow : Des Großherzogs Hofbildhauer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landesbibliothek widmet Christian Genschow zum 200. Geburtstag eine Sonderausstellung

von
erstellt am 07.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Jeder Schwerin-Besucher bestaunt sie, die eindrucksvollen Skulpturen am und im Schloss. Schon an der Hauptbrücke nehmen die beiden überlebensgroßen Obotriten, die zwei gewaltige Schlachtrösser rüsten, die Betrachter in Beschlag. Dann fällt der Blick auf Niklot, den Obotritenfüsten, der in der Kuppel über dem Hauptportal des Schlosses auf seinem Ross sitzt. Gefertigt hat diese und viele weitere Skulpturen am und im Schloss der 1814 in Rostock geborene Bildhauer Christian Friedrich Genschow. Anlässlich seines 200. Geburtstages zeigt die Landesbibliothek derzeit eine Ausstellung zu seinem Leben und Werk.

Eine künstlerische Laufbahn konnte der aus einfachen Verhältnissen stammende Genschow dank Großherzog Friedrich Franz I. einschlagen, der dem jungen Mann mit einer schweren Behinderung am linken Bein zunächst eine Zeichenausbildung in Rostock und dann ein Studium der Bildhauerei an der Berliner Kunstakademie bei Ludwig Wichmann gewährt. Dem schloss sich eine Assistenz bei Christian Daniel Rauch an. Beim großen Schlossumbau in Schwerin wurde der nun erfolgreiche Bildhauer Geschow gleich mehrfach mit Aufträgen bedacht. Er schuf das Reiterstandbild von Niklot, die Rossbändiger, die Sandsteinstandbilder von Herzog Albrecht II. und Magnus II. am Hauptportal, die vier allegorischen Figuren im Thronsaal, das Herzogspaar Auguste und Friedrich Franz II. im alten Treppenhaus an der Hofseite, acht Terrakotta-Köpfe am Giebel nördlich des Hauptturmes, den Muschelträger im Burggarten und weitere Statuen, Terrakotta-Köpfe, Reliefs und Skulpturen. Genschow schuf zudem auch zahlreiche Plastiken für das Rostocker Universitätsgebäude und arbeitete dann in Berlin, wo er auch 1891 starb.

Die Ausstellung in der Landesbibliothek in der Stellingstraße ist montags, dienstags, mittwochs und freitags von 10 bis 19 Uhr, donnerstags von 13 bis 19 Uhr und sonnabends von 10 bis 13 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

 

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