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Das GroSSe Abrechnung : Der Zoo zählt seine Kröten und alle anderen Tiere

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Tiergarten macht im Winter Inventur: 2500 Tiere leben zurzeit auf dem Gelände am See

svz.de von
erstellt am 25.Jan.2014 | 18:00 Uhr

Rund 2500 Tiere gibt es im Schweriner Zoo, aufgeteilt in 154 verschiedene Arten – so lautet das inoffizielle Ergebnis der aktuellen Inventur. Und ganz ehrlich: Das wusste Sabrina Höft auch schon vorher. Die wissenschaftliche Assistentin kümmert sich seit 2011 im Zoo um den Tierhandel und muss deshalb ständig auf dem Laufenden sein, um zu wissen, wo noch Tiere gebraucht werden, und welche eventuell abgegeben werden können. Die Pfleger informieren sie ständig über tote Tiere und Nachwuchs. Denn Zoo-Arbeit ist weit mehr als füttern, pflegen und zur Schau stellen. Hier werden Arten erhalten und Zuchtpartner europaweit zusammengebracht.

Der Schweriner Zoo selbst hat aktuell z.B. Erdmännchen, Wasserschweine, Bergmeerschweinchen, Abdimstörche, Kuhreiher, Wellensittiche oder Präriehunde abzugeben. Letztere halten gerade Winterschlaf in ihrem weit verzweigten Gangsystem unter der Erde und wurden bei der Inventur nur geschätzt. „Wir halten den Bestand das ganze Jahr über auf etwa 30 Exemplaren“, sagt Sabrina Höft. Denn wenn die Kolonie zu groß wird, suchen sich einige Tiere ein Revier außerhalb des Zoos. Vor einigen Jahren hatten sich Präriehunde unter der Crivitzer Chaussee durchgegraben und den Dreesch für sich erobert. Heute werden die überzähligen Präriehunde rechtzeitig eingefangen und abgegeben. Auch Faultier Chris mit seinen zwei Jahren ist mittlerweile bereit für einen Ortswechsel. Im Europäischen Zuchtbuch ist er eingetragen, nach einer Haaranalyse werden die Pfleger sogar wissen, ob Chris Männlein oder Weiblein ist – bei Faultieren ist das nämlich extrem schwierig herauszufinden, sagt Sabrina Höft.

Die Inventur ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Zoos. Jeweils zum Geschäftsjahresende muss die aktuelle Zahl der Tiere vorliegen. Sabrina Höft braucht zum Zählen nur einige Vormittage. Dann ist sie mit Stift, Block und einem Kollegen unterwegs und macht Striche aufs Papier. Manche Tiere tauchen zur Zählung gar nicht auf, so verkriechen sich die drei Fischotter vormittags gerne in ihren selbst gegrabenen Höhlen. Selbst der Löwe hatte sich zur Inventur so gut versteckt, dass Sabrina Höft ihn erst später abhaken konnte. „Ich frage dann einfach den Pfleger, ob zur Fütterung alle Tiere anwesend waren“, sagt Höft lächelnd. Die kribbeligen Kakerlaken werden übrigens nur geschätzt – das sind etwa 100 – ebenso der Fischschwarm der Neons – etwa 700 Tiere. Die Amphibien wurden schon vor einigen Wochen gezählt. Aktuell befinden sie sich im Kühlschrank in der Winterruhe. Mäuse werden im Winter nur als Futtertiere im Zoo gehalten und kommen deshalb nicht in die Statistik.

Besonders schwierig zu zählen seien die Teichvögel, weil die Anlage groß ist und die Tiere ständig den Platz wechseln. Einfacher ist es da mit der Agakröte „Larissa“. Die hatte in diesem Jahr zur Inventur ihren großen Presse-Auftritt, wurde werbewirksam gemessen und gewogen und durfte mit ihren großen braunen Kulleraugen in manches Objektiv blicken. Das Zählen war ganz einfach: Im Schweriner Zoo gibt es nur eine Agakröte.

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