Thema der Woche : Der Winter kann jetzt kommen

Bei so dichtem Schneetreiben ist auch der Winterdienst machtlos.
Bei so dichtem Schneetreiben ist auch der Winterdienst machtlos.

Streusalz ist gebunkert, Straßenbahnen und Busse haben Sand an Bord – ohne Probleme muss es aber nicht abgehen

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11. November 2015, 08:00 Uhr

Eine alte Bauernregel besagt: „Wenn’s Laub nicht vor Martini fällt, kommt eine große Winterkält’.“ Heute ist Martini und es ist noch außergewöhnlich viel Laub an den Bäumen, sagen die Meteorologen. Kommt also ein strenger Winter? Und – ist die Stadt darauf vorbereitet?

„Wir können bis zu 75 Tonnen Streusalz bunkern“, sagt Axel Klabe, stellvertretender Werkleiter der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen SDS. „Das reicht in einem normalen Winter für drei Tage.“ Derzeit sind die Speicher zu 75 Prozent gefüllt. „Innerhalb von 48 Stunden kann aber nachgeliefert werden.“ Es sei denn, es kommt wieder ein Winter wie Anfang 2011. Da war das Salz in ganz Deutschland knapp. Schwerin bekam das Streugut damals aus Marokko.

Geräumt werden Schwerins Straßen durch die SDS nach einer festgelegten Reihenfolge. „In verkehrsberuhigten Zonen und reinen Wohnstraßen sind aber die Anwohner verpflichtet, Schnee und Eis bis zur Straßenmitte zu räumen“, so SDS-Chefin Ilka Wilczek. Sie betont, dass Autofahrer in der Landeshauptstadt keine schwarzen Fahrbahnen erwarten dürfen.„Wir machen immer noch einen weißen Winterdienst.“

Auch der Nahverkehr hat die Wintervorbereitungen abgeschlossen, sagt Henry Meyer. Die Busse sind mit Winterdiesel betankt und haben alle Streusand an Bord. Den haben auch die Straßenbahnen geladen. Besen und Schneeschieber stehen bereit, alle Weichen der Tram sind beheizt. „Trotzdem kann es zu Problemen kommen“, so Meyer. So können Weichen trotz Wartung und Kontrollen bei strengem Frost kaputt gehen.

Für das Schneefegen an den Haltestellen hat der Nahverkehr Fremdfirmen beauftragt. „Wenn es morgens um vier anfängt zu schneien, können die natürlich nicht überall gleichzeitig sein“, bitte Henry Meyer um Verständnis. Und er weist aber ausdrücklich darauf hin, dass für die Fußwege die Anlieger zuständig sind – auch an den Haltestellen.

Für die Wasserversorgung der Schweriner und für die Abwasserentsorgung wird es auch in einem strengen Winter keine Probleme geben. Das sagt jedenfalls Axel Krause, der Geschäftsführer der städtischen Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft. „Es ist heute ja nicht mehr so, dass die LPG drei Strohballen in den Wasseranschlussschacht werfen muss, damit der nicht einfriert.“ Seine Anlagen seien alle auf dem neuesten Stand. Und die werden regelmäßig kontrolliert. „Bei unseren Anlagenbegehungen achten wir dann schon darauf, ob vielleicht ein Fenster eingeworfen wurde, das wird dann umgehend repariert.“ Doch in den Wohnhäusern gibt es immer mal wieder Frostschäden. „Wo wir keinen Zugriff haben, kann es zu Problemen kommen.“ Wenn beispielsweise ein Kellerfenster bei Frost offen bleibt und die Wasseruhr platzt. „So etwas geschieht meistens in Mietshäusern“, berichtet Krause.

Wie der Winter wirklich wird, können die Meteorologen heute noch nicht seriös sagen. Auch die Bauernregeln sind nicht eindeutig. Denn eine sagt auch: „Wolken am Martinitag, der Winter unbeständig werden mag.“

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