Schwerin : Der Weg zur mittleren Reife

An regionalen Schulen wie dem Weststadt-Campus erhalten Schüler die Berufsreife und die mittlere Reife. Anschließend können sie noch zum Gymnasium wechseln.
An regionalen Schulen wie dem Weststadt-Campus erhalten Schüler die Berufsreife und die mittlere Reife. Anschließend können sie noch zum Gymnasium wechseln.

Wenn die Grundschule Geschichte ist – heute: die Regionalschulen Astrid-Lindgren, Werner-von-Siemens und der Weststadt-Campus

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07. Dezember 2019, 16:00 Uhr

Vier Jahre sind an der Grundschule für viele Kinder in Schwerin bald vorüber. Noch ein letztes Halbjahr und dann beginnt für hunderte Noch-Grundschüler ein neuer Schulabschnitt. Doch wohin schicken die Schweriner Eltern ihre Jungen und Mädchen eigentlich? Welche Möglichkeiten gibt es? In dieser Woche zeigt die Serie der SVZ die verschiedenen Schultypen. Heute: die Regionalschulen.

Das Gebäude selbst ist gerade mal ein Jahr alt. Unterrichtet wird erst seit 16 Wochen. Seit diesem Jahr besuchen 110 Kinder die fünfte Klasse der neuen Regionalschule Weststadt-Campus. „Und da die Schule neu ist, sind wir technisch sehr gut ausgestattet“, sagt Schulleiterin Susanne Teschner. Digitale Tafeln, Fernseher und Computer seien in fast jedem Raum vorhanden und seien fest im Unterricht verankert. Darauf ist Teschner wirklich stolz. Jetzt müsse nur noch der Antrag zur Ganztagsschule genehmigt werden. „Das hat leider nicht direkt zu Beginn geklappt“, sagt sie. Der Weststadt-Campus soll aber zum kommenden Jahr eine Ganztagsschule werden. Das sei vor allem für berufstätige Eltern hilfreich. „Und die Kinder können ihre Freizeit kostenlos gestalten und müssen nicht erst einem Sportverein beitreten“, sagt Teschner.

Die Werner-von-Siemens-Schule baut ebenfalls auf Ganztag. Sowohl der Unterricht als auch Projekte werden so über den ganzen Tag verteilt. „Und so können die Schüler den größten Teil an Vor- und Nachbereitungen in der Schule erledigen“, erklärt Schulleiterin Marion Schuldt. Außerdem gebe es Förderunterricht in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch, aber auch für Schüler mit Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche. „Jedes Kind soll am Ende des Tages mit einem Lernerfolg nach Hause gehen. Das ist unser Ziel“, sagt Schuldt. Ansonsten legt die Schule Wert auf berufliche Praxis. In der neunten Klasse machen alle ein Praktikum in einem regionalen Unternehmen. „Die Schüler sollen auf die Anforderungen der Berufswelt vorbereitet werden“, sagt Schuldt. Vom Prinzip her seien aber alle Regionalschule ähnlich. Die Schüler erhalten am Ende der neunten Klasse die Berufsreife, und nach der zehnten die mittlere Reife.

So auch an der Astrid-Lindgren-Schule. Doch in einigen Punkten unterscheidet sich die Schule von den anderen. „Wir vergeben zum Beispiel keine Zensuren, sondern Punkte“, sagt Peter Metzler. Die Schüler müssten eine Mindestpunktzahl erreichen. Und wenn es mehr sind, können die Schüler ihre Zeugnisnoten aufbessern. Das sei einer von vielen motivationsgestützten Leistungsanreizen. „Vorher haben zu wenig Schüler die Hausaufgaben gemacht“, sagt Metzler. Also wurde am Konzept gefeilt. Und auch am Unterricht: Neben Frontalunterricht gibt es auch offene Formen. „Die Mischung macht es eben“, sagt Metzler.

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