Der Vertrieb. Oder: Gibt es heute keine Zeitung?

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20. Januar 2009, 11:07 Uhr

„Gibt es denn heute keine Zeitung? Mein Briefkasten war leer“, fragt am anderen Ende der Telefonleitung eine besorgte Frauenstimme. Wir überlegen. Doch, gestern sind wir wie an jedem anderen Tag in der Redaktion gewesen, haben Artikel geschrieben und eine aktuelle Zeitung produziert. Wo kann sie denn also nur sein? Wir sind mit der Redaktion, nicht mit dem Abonnentenservice betraut, haben also auch mit der Auslieferung direkt nichts zu tun. Aber recherchierfreudig wie wir sind, versprechen wir, uns der Sache anzunehmen und uns auf Spurensuche zu begeben. Man hilft ja, wo man kann.

Gut, der Artikel über die Kreistagssitzung muss dann eben warten. Der Leser ist König. Wir wählen die 0180/ 5140400 – die Rufnummer des Abonnentenservices, die auch den Lesern zur Verfügung steht, doch die haben scheinbar lieber uns an der Strippe. „Unsere Leserin vermisst ihre Zeitung“, erklären wir der netten Dame am anderen Ende. Wir geben ihr Name und Anschrift durch, sie verspricht, sich darum zu kümmern.

Doch woran hat es denn jetzt gehakt? Wir fragen bei einem unserer Zeitungszusteller nach. Die Zeitung wird nach dem Druck durch den Vertrieb nicht nur an Zeitungskioske, sondern ebenso an die zahlreichen Boten weitergeleitet, die dafür sorgen, dass die Zeitung allmorgendlich in den Briefkästen der Abonnenten landen. Dass es auch hier mal zu dem einen oder anderen Fehler kommen kann, ist klar, denn auch Drucker und Boten sind nur Menschen.

Fällt ein Transporter aus, wird ein Zusteller krank oder erhält weniger Zeitungsexemplare als er Haushalte zu beliefern hat, kann es vorkommen, dass ein Abonnent auf die morgendliche Zeitungslektüre verzichten muss. Sollte dies einmal der Fall sein, kümmert sich der Abonnentenservice darum, dass die Zeitung schnellstmöglich nachgeliefert wird oder der Abonnent als Ausgleich eine Gutschrift erhält.

Gut, dann wissen wir ja jetzt Bescheid und unsere Leserin erhält noch heute ihre Zeitung. So, jetzt aber schnell wieder an die Arbeit. Sonst gibt es morgen wirklich keine Zeitung.

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