Der Vergangenheit auf der Spur

Das Chronistentreffen fest im Blick haben Landrätin Birgit Hesse, Karl-Ludwig Quade und Klaus Ramisch. sabrina panknin
Das Chronistentreffen fest im Blick haben Landrätin Birgit Hesse, Karl-Ludwig Quade und Klaus Ramisch. sabrina panknin

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30. Oktober 2010, 01:57 Uhr

Dorf Mecklenburg | In alten Urkunden oder Schriftstücken blättern, Handschriften entziffern und Geschichten dabei entdecken sowie aufdecken - damit beschäftigen sich Chronisten. Tag für Tag sitzen sie in den Archiven und blättern in Quellen - nur um eines zu erreichen, die Geschichte ihrer Gemeinde möglichst genau und chronologisch nachzuzeichnen. Diese Form der Geschichtsdarstellung wird Chronik genannt. Schon in der Antike gab es Chronisten. Bis heute gibt es Heimatforscher, die sich mit der Geschichte ihres Ortes befassen und chronologisch niederschreiben. Ein zeitaufwendiges, aber spannendes Erlebnis in die Geschichte eines Ortes einzutauchen ist das allemal.

Seit vielen Jahren beschäftigen sich damit zahlreiche Ortschronisten aus dem Nordwestkreis. Auch in diesem Jahr treffen sich Heimatforscher, um Erfahrungen auszutauschen. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg organisiert der Landesheimatverband Mecklenburg-Vorpommern diese Veranstaltung.

Unter dem Titel "Chronik - ein Heimat- und Kommunalpolitisches Spiegelbild" findet das Chronistentreffen am Mittwoch, dem 3. November, zwischen 9 bis 13 Uhr im Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg statt. Das Augenmerk richtet sich auf die Landwirtschaft, deshalb findet das Treffen auch im Kreisagrarmuseum statt und nicht wie sonst im Kreistagssaal der Malzfabrik. "Ich freue mich sehr auf das Treffen der Chronisten. Und wünsche den Organisatoren viel Erfolg und viele Teilnehmer", sagt Landrätin Birgit Hesse.

Rund um das Thema Landwirtschaft wird es beim Chronistentreffen zu Beginn der Veranstaltung einen Vortrag von Dr. Michael Heinz aus Rostock geben: "Landwirtschaft und das tägliche Leben in den Nordbezirken der DDR nach der Kollektivierung". Aber nicht nur Vorträge sind geplant. Es gibt auch einen Wegweiser, welchen Inhalt Chroniken haben müssen und wie sie gestaltet werden.

Die Veranstalter erwarten in diesem Jahr zwischen 40 und 60 Heimatforscher aus dem Landkreis. "Ortschronisten können an diesem Tag auch ihre angefangenen Arbeiten mitbringen und vorstellen", sagt der Geschäftsführer des Landesheimatverbandes, Karl-Ludwig Quade. Nicht nur der Landesheimatverband ist um weitere Heimatforscher bemüht, sondern auch das Kreisarchiv in Grevesmühlen. Im Keller der Malzfabrik lagern rund 4600 laufende Meter an Urkunden, Akten und Schriftstücken. "Hier befindet sich das histo rische Archiv und das Verwaltungsarchiv des Landkreises", sagt Klaus Ramisch, Sachgebietsleiter Kultur, Tourismus und Archiv. Das ältestes Schriftstück, das im Keller der Malzfa brik lagert, ist eine Urkunde aus den 1720er-Jahren. Jeden Tag gäbe es Anfragen von Ortschronisten im Kreisarchiv, so Ramisch. "Das ist eine sehr wichtige Arbeit. Letztendlich ist der Ortschronist das gute Gedächtnis eines jeden Bürgermeisters", so Quade.

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