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Sport auf dem Schweriner See : Der See der vielen Möglichkeiten

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tauchen, Segeln oder Steh-Paddeln: Auf Schwerins größtem Gewässer gibt es genügend Möglichkeiten, um sich zu entspannen

svz.de von
erstellt am 06.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Astrid Dyck und Mario Misic sind startklar. Die Urlauber aus Remscheid haben sich Neoprenanzüge übergezogen und waten am Bootssteg des Campingplatzes Süduferperle in Raben Steinfeld in das 20 Grad warme Wasser. Eine Schwanen-Mutter beäugt die Taucher misstrauisch, aber beide Parteien gehen sich erfolgreich aus dem Weg. Gleich tauchen die Urlauber ab, werden Barsche, Karpfen oder Hechte im nassen Element sehen. Vielleicht auch die Wasserschildkröte, die irgendwer irgendwann mal im Schweriner Innensee ausgesetzt hat. Mario Misic ist ein erfahrener Taucher, Astrid Dyck ein Neuling. „Die Luft wird wohl für eine Stunde reichen“, sagt Mario Misic. Die Luft, die haben sie sich gerade ein paar Meter weiter besorgt. In „Kosi’s Dive Basis“. Kosi heißt eigentlich Mario Kosielowsky, betreibt die einzige Tauchschule am Schweriner See und presst auch Luft in Flaschen für die, die auf eigene Faust tauchen gehen wollen oder für die, die einen der rund 20 Tauchkurse bei ihm besuchen. Seit März betreibt der 49-Jährige die Tauchschule. Er verhilft Anfängern zu den Grundscheinen und erfahreneren Tauchern zu Erweiterungsscheinen bis hin zum Tauchlehrerschein. Tauchen im Schweriner See, das sei begehrt. „Die Sicht unter Wasser ist in den vergangenen Jahren wesentlich besser geworden“, so der Schweriner. Bis zu fünf Meter weit können die Taucher schauen. Seiner Meinung nach kommt es zu diesem positiven Effekt, da weniger Schadstoffe ins Wasser gelangen würden.

Kurse, Tauchbedarf oder auch Ausfahrten bietet Kosielowsky an. Die weiten Touren gehen über mehrere Tage bis nach Ägypten, andere als Tageskurs auf den Schweriner See. Dann tauchen die Teilnehmer um das Wrack der vor Jahrzehnten abgestürzten MiG oder zum Anfang des 20. Jahrhunderts gesunkenen Lastenseglers, der vor Kaninchenwerder auf Grund liegt. Mit 21 Kilometern Länge, bis zu 6 Kilometern Breite und einer Durchschnittstiefe von 13 Metern bietet der Schweriner See Raum für viele Freizeitaktivitäten. Wer sich lieber über als unter Wasser aufhält, der fährt Motorboot oder strafft die Segel. Die entsprechenden Führerscheine dafür können seit mehr als 25 Jahren in Segelschule Petermännchen in Seehof erworben werden. Pflicht, so Arndt seien sie zwar nicht, „aber die Bootsverleiher schauen schon genau hin, ob die Mieter mit ihren Booten umgehen können“, sagt der 67-Jährige.

Auf dem Campingplatz in Seehof hat Arndt in einer kleinen Holzhütte sein Büro eingerichtet und am Steg ein Segelboot festgezurrt. Weit über 9000 Menschen hat er schon auf die Prüfungen vorbereitet, hat ihnen in der Theorie beigebracht, was Schallsignale sind oder in der Praxis gezeigt, wie ein Palstek geknotet wird. Das Segeln zu erlernen, dafür sei der Schweriner See bestens geeignet. „Der See ist groß und hier herrscht wenig Betrieb“, kennt der Betreiber der ältesten Segelschule am Schweriner See die Vorteile. Einige seiner Kursteilnehmer machen im Ferienpark Seehof Urlaub und verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen.

Zurück in Raben Steinfeld und dem Schweriner Innensee. Von dort aus starten Freizeitsportler, die immer öfter auf Deutschlands viertgrößtem See zu sehen sind: Steh-Paddler. „Wie so viele Trends stammt auch dieser aus Amerika“, sagt Jens-Uwe Kasten (47), der mehrere Gesundheits- und Fitnessstudios in Schwerin und Umgebung betreibt. Vital am Schweriner See heißt eines davon, und hier gibt unter anderem Steh-Paddel-Kurse, in denen die Teilnehmer schon nach einer Stunde wissen, wie sie gerade auf diesem vergrößerten Surfbrett stehen können, vorwärts kommen oder abbremsen können. Drei Züge links, drei Züge rechts. „Das ist gut für Rücken- und Bauchmuskulatur und trainiert das Gleichgewichtsgefühl“, sagt Kasten. Steh-Paddeln sei etwas für jede Altersklasse, ergänzt er und spricht von einem 84-jährigen Kursteilnehmer, der den Bogen schnell heraus hatte, um dann ganz entspannt übers Wasser zu gleiten. Um die 50 bis 60 Schüler habe er in dieser Saison gehabt. „Es gibt aber auch andere Steh-Paddler, die leihen sich bei uns nur das Equipment aus“, so Jens-Uwe Kasten.

Welche Sportart soll es sein?

Schnupper-, Anfänger oder Spezialkurs – oder einfach nur Equipment leihen: Wer nähere Infos haben möchte, kann diese bekommen bei:

Tauchen: Kosi’s Dive Basis, Tel. 0172/4082435, www.dive-schwerin.de
Steh-Paddeln: Vital am Schweriner See, Tel. 03860/580580; ww.vital-schwerin.de
Segeln: Segelschule Petermännchen, Tel. 0172/3807408, www.segeln-schwerin.de

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