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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. August 2017 | 21:46 Uhr

Golf in Vorbeck : Der Rasen-Hüter aus den Staaten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gras-Manager Jordan Tschimperle sorgt dafür, dass sich das Grün auf der Vorbecker Winstongolf-Anlage wie ein Teppich anfühlt

Das hatte gerade noch gefehlt. Die Mai-Sonne brannte auf die riesigen Rasenflächen, die Golfer schwangen scharenweise ihre Eisen und ließen die kleinen Bälle durch die Luft fliegen oder über das Grün rollen. Nur die Pumpen der Winstongolf-Anlage in Vorbeck drückten nicht mehr das durch das Leitungssystem, was die Grünflächen an diesen heißen Frühlingstagen so dringend benötigten: Wasser. „Motorschaden und andere technische Defekte an den Pumpen. Da kam alles zusammen“, sagt Jordan Tschimperle. Course Manager steht auf der Visitenkarte des 32-jährigen US-Amerikaners. Sein Job ist es, dafür zu sorgen, dass die drei Anlagen bestmögliche Spielqualität bieten und die Kombination Natur/Sport funktioniert. Zwei Wochen ohne Wasser aus der Beregnungsanlage, da waren die guten alten Schläuche gefragt. Ein Kraftakt.

Die Anlage ist repariert. Gut so, sind sie sich in Vorbeck einig, denn ab Freitag macht dort die Elite der European Senior Tour Station. Da muss alles glatt gehen, wenn Golf-Idol Bernhard Langer abschlägt, wenn Vorjahressieger Pedro Linhart chipt oder der Gesamttour-Sieger von 2013, Paul Wesselingh, zum Punch ansetzt. 19 der Top 20-Spieler dieser Tour werden erwartet. Und die 60 Spieler wollen optimale Bedingungen, wenn sie auf die Jagd nach 350  000 Euro-Preisgeld gehen.

Um diese zu erfüllen, den Rasen so zu bearbeiten, dass er einem Teppich gleicht, dafür sind derzeit 26 Mitarbeiter auf dem Links-Court unterwegs. „Bei diesem Turnier“, sagt Jordan Tschimperle, „haben wir die Platzhoheit abgegeben. Die hat jetzt der Turnierdirektor.“ Und der sagt, wo die Mannschaft von Tschimperle ran muss, an welchen Stellen etwas auszubessern oder gestutzt werden muss. Der preisgekrönte Winstonlinks-Course ist erstmals Austragungsort, nachdem die vier Senior-Wettbewerbe zuvor auf dem Open-Platz ausgetragen wurden. Das Greenkeeper-Team in Vorbeck arbeitet schon lange zusammen. „Da weiß jeder, was er zu tun hat“, lobt der Course Manager, der seit neun Jahren in Vorbeck arbeitet, in Gneven wohnt und mittlerweile eine der Schlüsselpositionen bei Winstongolf besetzt hat. Rasen-Management hat Tschimperle in seinem Heimat-Bundesstaat Washington studiert, zudem eine Ausbildung im Wasser-Management gemacht. 2004 absolvierte er ein Praktikum in Vorbeck, als Assistant Headgreenkeeper kehrte er 2007 aus den USA nach MV zurück, machte Karriere und begleitete auch den Bau des Linksplatzes. Der Golfplatz ist auf Sandboden gebaut, der zu einer Hügellandschaft modelliert und einem schottischen Dünengelände nachempfunden wurde.

Zurück zum Wasser. Das kam zur Genüge in den vergangenen Wochen. Nicht – wie gerne in Vorbeck gesehen – als feiner Landregen, sondern als kräftige Schauer. „Wir hatten fast täglich Gewitter“, sagt Stefanie Merchel, für Marketing und Kommunikation bei Winstongolf zuständig. Eigens dafür, so Merchel, gäbe es ein Gewitterwarnsystem, das im Radius von etwa 25 Kilometern alles anzeigt, was blitzt. Rollt ein Gewitter an, dann muss auf der Anlage alles stehen und liegen gelassen und im Clubhaus Schutz gesucht werden. Der viele Regen, der sei nicht weiter schlimm. Tschimperle: „Den schlucken Drainage und Sandboden.“

Wer sich die Anlage anschauen und den Profi-Golfern beim Spiel zusehen möchte, kann dies an allen drei Turniertagen kostenlos machen.

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erstellt am 06.Jul.2016 | 09:00 Uhr

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