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Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 01:44 Uhr

Umgeplant : Der Plan mit den Planen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Vom Sonnensegel bis zur Ölbarriere: Mit neuester Technik will Meisterbetrieb Kemme in Dümmer seine Produktpalette ausbauen

svz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Am Anfang standen eine Idee und viel Überzeugungskraft. Andreas Kemme wollte seinen Meisterbetrieb in Dümmer erweitern, eine neue Halle bauen und zwei Maschinen neuester Technik anschaffen. Für die Finanzierung musste die Hausbank überzeugt werden, für eine Wirtschaftsförderung das zuständige Ministerium. „Und meine Frau musste ich von diesem Projekt auch überzeugen“, sagt Andreas Kemme. Seine Firma läuft, die Mitarbeiter haben genug zu tun, der letzte Jahresumsatz war mit 1,1 Millionen Euro beachtlich. Warum sollte der Betrieb, der sich auf die Herstellung von Rollläden, Rolltoren, Insektenschutzsystemen und Planen spezialisiert hat, also expandieren? „Weil wir mit der Erweiterung ein zweites Produktionsstandbein verstärken können“, gab Kemme die Antwort. Neue Kunden aus den Geschäftsfeldern Freizeit und Umweltschutz, war er sich sicher, seien ansprechbar, weil das Angebot an Sommersegeln, Bootsliegeplanen, Poolabdeckungen, Membranen für Biogasabdeckungen, Windschutznetze oder Ölbarrieren erweitert werden könnte.

Die Argumente des Unternehmers aus Dümmer stießen auf offene Ohren. Die Bank machte mit, der Fördertopf des Wirtschaftsministeriums konnte angezapft werden und auch seine Frau, die mit im Unternehmen arbeitet, ließ sich von der Idee begeistern.

Die Bagger sind da, Anfang April rollten sie an, um die Grundlage für den 20 mal 33 Meter großen Erweiterungsbau herzustellen. „Die Halle besteht aus Fertigbauteilen mit einem Holzkorpus“, weiß der 47-jährige Kemme. Bis Oktober soll sie fertig sein und Platz bieten für eine Fertigungsstrecke mit Digital Cutter und einem Hochfrequenzschweißgerät. Die Spezialmaschinen werden aus Schweden und der Schweiz geliefert „und bieten uns mit ihrer Technik eine große Qualitätssteigerung“, ist sich Andreas Kemme sicher. Zwölf Mitarbeiter sind derzeit im Betrieb beschäftigt. „Ein halbes Dutzend wird wohl noch dazu kommen“, sagt Kemme.

Der gebürtige Dreilützower machte eine Klempnerlehre, lernte das Sattlerhandwerk und machte 2000 seinen Meister als Rollläden- und Jalousiebauer. 1996 gründete er seinen Betrieb, baute ihn zwei Jahre später aus.

Jetzt wird wieder investiert. Über 800 000 Euro fließen in das Projekt. 360 000 Euro beträgt die Fördersumme des Wirtschaftsministeriums, das auf Mittel der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ zurückgreift. Für Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus, ist dies eine sinnvolle Investition: „Wir brauchen mehr Wachstum und Beschäftigung in bestehenden Unternehmen.“

Investiert hätte Meister Kemme auf jeden Fall, „aber ohne die Förderung nicht in dieser Größenordnung“, unterstreicht der Firmenchef, der bereits 2012 den Antrag auf Förderung stellte. Als der Förderbescheid jetzt eintraf, stand seine Investitionsampel auf Grün. Der Plan mit den Planen war längst fertig, jetzt wird er in die Tat umgesetzt.

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