zur Navigation springen

Naturschutz in Grambow : Der Moor-Retter mit eigenem Pfad

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ehre für den Schweriner Walter Thiel: Viele Bücher hat er gewälzt, Experten befragt und so stets für den Erhalt des Grambower Kleinods gekämpft

An seinen erste Wanderung durch das Grambower Moor kann sich Walter Thiel noch düster erinnern.- „Das war 1963. Ein Ausflug der Forstschule. Dass ich aber mein Herz auch an diese Scholle verliere, habe ich mir damals nicht träumen lassen“, erinnert sich der heute 80-jährige Schweriner. Walter Thiel ist Anfang der 90er-Jahre nicht nur ein Freund des Moors geworden. Viele Bücher hat der Forstfachmann gewälzt, Experten befragt und sich ein umfangreiches Moor-Wissen angeeignet, um in den Kampf zu ziehen. Den Kampf zum Erhalt des Grambower Moors. Seinem Aufgabenbereich im Schweriner Umweltministerium wurden damals die Moore zugeordnet. Der Schweriner sollte auf dem Verhandlungsweg den drohenden, massiven Torfabbau im Grambower Regenmoor verhindern. Das ist gelungen. Er hat den Kampf fürs Moor gewonnen. Aber nicht nur das, sondern auch viele Mitstreiter. Das Grambower Moor steht unter Naturschutz. Doch damit allein war es nicht getan. Auch Themen wie Renaturierung standen plötzlich auf der Agenda. Walter Thiel hob den Förderverein Grambower Moor vor 25 Jahren mit aus der Taufe. Seitdem engagiert er sich im Verein und ist regelmäßig im Moor zu Gast, gern mit der Fotoausrüstung bewaffnet. Wie oft er die Pfade schon entlangspaziert ist, kann Walter Thiel nicht sagen. Mehr als 20 000 Besucher wurden vom Verein bislang auf geführte Wanderungen durch das Moor begleitet, zu Lichtbilder- und Fachvorträgen begrüßt. Genug hat der Schweriner vom Moor aber noch lange nicht. So spazierte er auch am Sonnabend gern vorbei an Birken, Tannen und allerlei dornigem Gestrüpp – bis zu einer kleinen Weggabelung. Und dann war es so weit: ein großes Holzschild wurde enthüllt, ein ganz besonderer Wanderpfad eingeweiht. „Walter-Thiel-Weg“ steht es in großen Lettern ins Holz gefräst. Der Namensgeber ist gerührt und auch ein bisschen stolz. „Jetzt muss ich wohl noch ein paar Leute hier entlangführen“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Thiel erinnert sich an die Anfangszeiten, erzählt von Hürden wie von großen Freuden. Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz hat aber nicht nur das Geschenk für Walter Thiel feierlich übergeben, sondern auch eine Info-Stele am Eingang zum Moor eingeweiht. Sie ist eine von elf. Diese Tafeln sollen die Landschaft noch erlebbarer machen, sie erklären die Besonderheiten und die Bewohner des Moores.

Die Stiftung Umwelt- und Naturschutz



Seit der Gründung 1994 hat die Stiftung mittlerweile eine Fläche von 8300 Hektar in Mecklenburg-Vorpommern erworben. Dieses Land wird nicht bewirtschaftet. Somit sichert die Stiftung die Lebensräume der darin vorkommenden Arten. Die Stiftungsmitglieder kümmern sich um mehr als 100 Naturschutz-, Großschutz- und Projektgebiete. Zu den Aufgaben gehören Öffentlichkeitsarbeit, Umweltbildung und die Beteiligung an der Umsetzung umweltfachlicher Ziele des Landes. Auf den stiftungseigenen Flächen werden mit vielen Partnern Maßnahmen des Naturschutzes umgesetzt, wie beispielsweise im Grambower Moor unter anderem mit dem Moorverein.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Apr.2017 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen