Vize-Kanzler in Schwerin : Der Minister bei den „Future Kids“

Musikprogramm für den Minister: Die sechsjährige Fine bat Sigmar Gabriel anschließend seinen Wunsch für den Holzdrachen Nandolino vom Pfaffenteich aufzuschreiben.
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Musikprogramm für den Minister: Die sechsjährige Fine bat Sigmar Gabriel anschließend seinen Wunsch für den Holzdrachen Nandolino vom Pfaffenteich aufzuschreiben.

SPD-Chef Sigmar Gabriel informierte sich auf seiner Sommertour über das Konzept der zweisprachigen Kita im Stadtteil Mueßer Holz

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03. August 2016, 09:00 Uhr

„Wir begrüßen unseren Gast – und Louis kommt nach vorn.“ Natürlich hatten die sechsjährige Fine und die anderen Kinder von der Kita „Future Kids“ ein Ständchen für den hohen Besuch vorbereitet. Sigmar Gabriel, Wirtschaftsminister, Vize-Kanzler und SPD-Vorsitzender, schaute gestern auf seiner Sommertour in der Kita in der Eulerstraße im Stadtteil Mueßer Holz vorbei, braungebrannt, mit offenem Kragen, einen Tross Hauptstadt-Journalisten im Schlepptau. „Vielen Dank, dass ich Ihr Haus durcheinanderbringen darf“, sagte Gabriel zur Geschäftsführerin der städtischen Kita gGmbH, Anke Preuß, um Lockerheit bemüht. Kabinettskollegin Manuela Schwesig aus Schwerin habe ihm die Stippvisite bei den „Future Kids“ empfohlen, so der Minister.

Ja, und dann war Louis an der Reihe, stimmte das Lied vom Krokodil an, auf Englisch, denn „Future Kids“ ist eine bilinguale Kita, die Kinder sprechen Deutsch und Englisch. Noch mehr Lieder folgten, der Vize-Kanzler sichtlich beeindruckt: „Das habt Ihr toll gemacht. Ich konnte in der zehnten Klasse noch nicht so gut Englisch wie Ihr jetzt.“ Schließlich durfte Gabriel auch noch einen Wunsch für den Holzdrachen Nandolino aufschreiben. Sie wünsche sich, dass der Drache nach seiner Reparatur schnell wieder an seinen Platz am Pfaffenteich im Stadtzentrum zurückkehre, verriet Fine ihren größten Wunsch.

Mehr als 300 Mädchen und Jungen aus zehn Nationen besuchen die Kindereinrichtung im Plattenbaugebiet am Stadtrand. Bei einem Rundgang stellte Kita-Leiterin Heike Ihde ihrem Gast die Einrichtung vor, erläuterte das pädagogische Konzept und den Tagesablauf – vom Morgenkreis bis zu den zahlreichen anderen Aktivitäten. „Die Kita ,Future Kids‘ ist ganz bewusst in einem Stadtteil mit vielen einkommensschwachen Familien gebaut worden“, betonte Kita gGmbH-Chefin Preuß. Gabriel, begleitet vom Landtagsabgeordneten Jörg Heydorn und von SPD-OB-Kandidat Dr. Rico Badenschier, hörte aufmerksam zu, fragte nach. Ob auch Kinder aus anderen Teilen Schwerins die Kita nutzen können, wollte der Vize-Kanzler wissen, ob es eine Warteliste gäbe.

Nach dem Rundgang: Gesprächsrunde bei Kaffee und Häppchen. Es ging um weitere Krippen- und Hortplätze, um Betreuungsschlüssel, um Inklusion, um die Rolle der Eltern. Ausführlich ließ sich Gabriel das Konzept der 24-Stunden-Kita erklären, die die Kita gGmbH an zwei Standorten im Stadtteil Lewenberg unterhält. „Wir bekommen jedeWoche Anfragen zu diesem Betreuungsangebot“, berichtete Geschäftsführerin Preuß. Auf Unterstützung aus Berlin beim Thema Elternbeiträge hofft Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow, die in der Kita mitdiskutierte. Gabriels Signal: Die Botschaft ist angekommen.

Und dann holte den Vize-Kanzler der politische Alltag doch noch ein. Fragen der mitgereisten Journalisten zur geplanten Fusion von Tengelmann und Edeka und zu Petra Hinz, der Essener SPD-Politikerin mit dem erträumten Lebenslauf. Mikrofone, Kameras, Blitzlichtgewitter. Eine Frau drängte zur Eile. Auf ging es zur nächsten Station von Gabriel an diesem Tag – Lübtheen. Schwere Limousinen und ein Bus warteten schon vor der Tür.

Und was wünscht sich der Vize-Kanzler nun von Nandolino? „Dass er immer auf die tollen Kinder aus Schwerin aufpasst und für sie da ist. Und ich wünsche Schwerin noch viele so fröhliche Kinder wie in der Kita ,Future Kids’!“

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