Kunst : Der Löwe fährt nach Ludwigslust

Schwerstarbeit im Museum: Restauratoren und Mitarbeiter einer Spezialfirma nehmen das monumentale Gemälde von der Wand und bereiten es für den Transport vor.
Schwerstarbeit im Museum: Restauratoren und Mitarbeiter einer Spezialfirma nehmen das monumentale Gemälde von der Wand und bereiten es für den Transport vor.

Sechs Gemälde von Oudrys gemalter Menagerie aus dem Museum ziehen um ins Schloss der Lindenstadt

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29. September 2015, 16:00 Uhr

Das Gemälde ist monumental: 3,36 Meter in der Höhe und 2,86 Meter in der Breite misst der Löwe aus Jean-Baptiste Oudrys gemalter Menagerie. Elf Bilder exotischer Tiere schmückten bisher den großen Saal im Theaterflügel des Staatlichen Museums. Jetzt geht ein Teil von ihnen auf Reisen. Neben dem Löwen sind es die beiden Leoparden, das Mufflon, der Kranich und die Kasuare, die künftig im Schloss Ludwigslust zu sehen sein werden.

Wird normalerweise um einen Bilderwechsel nicht viel Aufsehens gemacht, ist es in diesem Falle schon wegen der Dimension etwas anders. Gestern rückte die auf Kunsttransporte spezialisierte Firma Hasenkamp an, die bereits 2008 das Löwengemälde nach Schwerin brachte, als er von der Restaurierung in der Getty-Stiftung aus den USA zurückkehrte.

Zunächst wird das gut 100 Kilo schwere Bild vorsichtig abgestützt, dann die Wandhalterung gelöst und das Gemälde auf weichen Schonern abgelegt, bevor es in die vorbereitete Transportkiste kommt. Sicher verpackt bringen vier Mann den Löwen in den Spezialtransporter. Nicht so kompliziert ist das Prozedere bei den anderen fünf Bildern, die zwar ebenfalls groß, aber nicht monumental sind.

Der Oudry-Saal selbst bleibt in den nächsten Tagen geschlossen. „Wir werden ihn am 20. Oktober als Saal der Malerei des 18. Jahrhundert wiedereröffnen“, kündigt Museumsdirektor Dr. Dirk Blübaum an. Dort werden auch weiterhin mehrere Oudry-Gemälde zu sehen sein, darunter das berühmte Nashorn Clara. „Hinzu kommen weitere wichtige Gemälde dieser Zeit aus dem Bestand unserer Sammlung“, ergänzt Dr. Tobias Pfeifer-Helke aus der Gemäldeabteilung. Dazu gehören beispielsweise Thomas Gainsboroughs Portrait der Königin Charlotte von England, französische Porträt-Malerei mit Bildern von Herzog Christian Ludwigs II., des Begründers der Schweriner Sammlung, von Herzog Friedrich und seiner Schwester. Hinzu kommen Landschaftsmalerei unter anderem von Schweriner Hofmalern sowie Stillleben. „Es wird ein repräsentativer Querschnitt unserer Bestände des 18. Jahrhunderts, der zugleich Einblicke in die Geschichte der Sammlung gewährt“, erklärte Dr. Tobias Pfeifer-Helke.

In Ludwigslust wird der erste Teil von Oudrys gemalter Menagerie ab 6. März zu sehen sein. Nach der Sanierung des Schlosses werden dort künftig wieder die Königswohnung mit dem Löwen als Prunkstück, das Audienzzimmer, die Gemäldegalerie und die Gästezimmer zu besichtigen sein. Die Wiedereröffnung wird mit einem „Tag des offenen Schlosses“ mit kostenlosem Eintritt gefeiert. Besucher müssen jedoch Freikarten vorbestellen, die ein Zeitfenster ausweisen. Diese können ab 1. Dezember unter Telefon 03874-571915 oder im Internet unter info@schloss-ludwigslust.de geordert werden.

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