Sommeroper in Schwerin : Der letzte Vorhang ist gefallen

Passte auf, dass nichts durcheinander geriet: Johannes Schröder ging den Ablauf noch einmal durch. Hinter der Bühne sorgte er dafür, dass kein Schauspieler seinen Einsatz verpasste.
Passte auf, dass nichts durcheinander geriet: Johannes Schröder ging den Ablauf noch einmal durch. Hinter der Bühne sorgte er dafür, dass kein Schauspieler seinen Einsatz verpasste.

„La Traviata“ wurde 23 Mal aufgeführt, lockte 28000 Besucher an – nun resümiert Johannes Schröder, er assistierte hinter der Opernbühne.

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10. August 2015, 08:00 Uhr

23 Vorstellungen, in denen er hinter der Bühne stand. Vorstellungen, die er sehr genoss, wie der 19-Jährige selbst sagt. Noch drei Wochen, dann ist die Zeit rum, das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) im Mecklenburgischen Staatstheater geschafft. Doch er geht mit etwas Wehmut. „Es war ein tolles Jahr und La Traviata war der Höhepunkt“, sagt Johannes Schröder.

Seit Anfang Juli wurde Verdis Oper „La Traviata“ von Donnerstag bis Sonntag auf dem Alten Garten aufgeführt. Gestern ist der letzte Vorhang gefallen. „Mein Highlight war jedes Mal das Finale des zweiten Akts“, schwärmt der junge Schweriner. Er habe bei den Vorbereitungen und der Planung assistiert. Durfte die Proben begleiten. „Wenn Kollegen krank waren, bin ich auch mal bei den Proben szenisch eingesprungen“, erzählt Johannes. Dabei leuchten seine Augen. „Es hat viel Spaß gemacht und ich habe unglaublich viel gelernt.“

Denn: Der 19-Jährige, der im Oktober sein Studium mit dem Schwerpunkt Schulmusik beginnt, assistierte vor allem hinter der Bühne. „Ich habe aufgepasst, dass niemand seinen Einsatz verpasst, dass es nicht zu laut wurde und dass niemand an der falschen Seite der Bühne raus- und reingeht“, erzählt Johannes stolz. Mit zwölf Jahren sang er im Kinderchor des Theaters. Mit 14 Jahren nahm er Klavier- und Gesangsunterricht. „Meine Zukunft kann ich mir nicht ohne Musik vorstellen.“ Und da kam das Freiwillige Soziale Jahr gerade recht. Nicht nur, um die Zeit zum Studium zu überbrücken. Nein – auch, um viel zu lernen und Kontakte zu knüpfen, wie Johannes erklärt.

„La Traviata war ein voller Erfolg. Gerade durch die tolle Musik, die Stimmen, den Chor, das ganze Team – es hat alles gepasst“, schwärmt der musikbegeisterte Schweriner. 28  000 Besucher lockte die Sommeroper in diesem Jahr auf die Ränge. „Wir hatten mit mehr als 30  000 Zuschauern gerechnet, aber das Wetter war uns in diesem Jahr nicht wohlgesonnen“, resümiert Joachim Kümmritz, Generalintendant und Geschäftsführer des Staatstheaters. Zwei Vorstellungen mussten nach der Pause abgebrochen werden. Der Grund: Starker Regen und Gewitter. „So etwas gab es zuvor noch nie“, bemerkt Kümmritz.

„Ich werde die Zeit vermissen. Das ganze Team ist zusammengewachsen, es haben sich Freundschaften entwickelt“, erklärt Johannes und lächelt.

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