Schwerin : Der Letzte macht das Licht aus

Im „Front of House“ steuert Beleuchtungsmeister Thomas Drescher mit dem Pult rund 170 Leuchten.
Im „Front of House“ steuert Beleuchtungsmeister Thomas Drescher mit dem Pult rund 170 Leuchten.

Hinter Anatevkas Kulissen – heute: Thomas Drescher

svz.de von
13. Juli 2019, 16:00 Uhr

Das kleine Bauerndorf Anatevka auf dem Alten Garten hat in den vergangenen Wochen schon viele Theaterfreunde in Schwerin begeistert. Das Musical der Schlossfestspiele ist beschwingt und unterhaltsam. Doch wer sorgt hinter den Kulissen dafür, dass auf der Bühne alles funktioniert? Wir stellen einige von ihnen vor. Heute: Beleuchtungsmeister Thomas Drescher.

Ohne sein Lichtkonzept, wäre Anatevka nicht das, was es ist. „Die richtige Beleuchtung ist enorm wichtig, denn wir unterstützen damit die szenische Darstellung und erzeugen Emotionen“, erklärt Thomas Drescher, der Beleuchtungsmeister am Theater. Seit 1982 ist der 62-Jährige im Theater tätig. Angefangen hat er allerdings als Orchesterwart. „Ich spiele selbst Klavier und Orgel. Und damals war die Stelle des Orchesterwarts frei.“ Als er sich mit den Beleuchtern anfreundete, fing er an, sich für diesen Beruf zu interessieren. Doch ihm fehlte die elektrotechnische Erfahrung. „Das Theater finanzierte meine Ausbildung. Und so wurde ich zwei Jahre später Beleuchtungsmeister.“

Dies sei nun seine 13. Open-Air-Aufführung. Und zum zweiten Mal übernimmt er die Beleuchtung für Anatevka. Dadurch hat Drescher viel Erfahrung. „Die braucht man auch. Ich muss die Wetterbedingungen mit bedenken. Regen und Feuchtigkeit setzten den Geräten zu“, sagt er. Gemeinsam mit zehn weiteren Mitarbeitern ist er für die Beleuchtung bei Anatevka zuständig. Sein Platz ist im FOH, dem Front of House. Dem „Hauptturm“ hinter den Zuschauerplätzen. Von hier aus steuert er mit einem Pult rund 170 Scheinwerfer. Vom Lichtkonzept sehe man jedoch durch die langen Tage im ersten Akt nicht viel. Sehr zu Dreschers Bedauern: „Der Feind eines jeden Beleuchters ist das Tageslicht. Wir verwenden für die Traumszene verschiedene Farben, um den Traum effektvoll zu gestalten. Das sieht der Zuschauer nur leider nicht.“ Erst im zweiten Akt, wenn die Sonne untergeht, komme die Arbeit der Beleuchter zur Geltung.

Dennoch ist er zufrieden mit der Beleuchtung. Und die Zuschauer scheinbar auch. „Die drehen sich am Ende der Vorstellung um und klatschen uns zu. Deshalb macht der Job auch so viel Spaß“, sagt er lächelnd. Ausgeschaltet wird das Licht um halb zwölf. Manchmal auch später, wenn einige Zuschauer noch Fotos machen. Die Tontechniker arbeiten danach noch weiter mit dem Arbeitslicht hinter der Bühne, doch: „Wir sind schon die letzten, die die Bühne verlassen.“


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